Angestellt? UnternehmerIn? Oder beides?

Intrapreneure entdecken

Ich finde es immer wieder interessant, wenn Mitarbeiter, die sich in von mir begleiteten Innovationsprojekten engagieren, erzählen, was sie so alles tun, um ihre Kreativität auszuleben. Über Talente, Potential und ein Buchtipp.

In ihrer Freizeit sind einige Mitarbeiter handwerklich tätig, bauen Möbel, restaurieren Motorräder, bauen Ökohäuser oder verkaufen Handgeschnitztes aus Olivenholz im eigenen Internetshop.

Andere engagieren sich sozial, helfen in Ihren Gemeinden oder leiten den Kirchenchor. Wiederum andere schreiben Blogs, betreiben Online Tauschplattformen und haben bereits eigene Unternehmen gegründet, die sie parallel zu ihrer Festanstellung betreiben und leuchtende Augen haben, wenn sie darüber berichten.

Und da frage ich mich dann immer:

Wie konnte es so weit kommen, dass diese engagierten, kreativen Menschen nicht die Möglichkeit hatten, ihre Talente im eigenen Unternehmen zu zeigen und einzubringen?

Wie gut, dass bereits einige Unternehmen Intrapreneur-Konzepte in der Tasche haben: Sie wollen für die Innovation die unternehmerischen Talente in den eigenen Reihen entdecken und fördern.

Liebe Talente, nutzt diesen guten Moment und zeigt euch, damit Ihr schneller entdeckt werden könnt!

Mein Buchtipp dazu:

Wer Schützenhilfe braucht, dem empfehle ich das Buch „Das 4-Stunden Startup – wie Sie Ihre Träume verwirklichen ohne zu kündigen“. Der Autor Felix Plötz hat selbst als Unternehmer in Festanstellung Erfahrungen gesammelt und gibt gute Tipps, wie man aus seiner Leidenschaft eine Geschäftsidee macht.

 

Wie fördern und entdecken Sie die Talente in Ihrem Unternehmen?

 

Von der Idee zur Innovation, Teil 1: Wie Sie Ihre Kräfte einteilen

Von der Idee zur Innovation, Teil 1: Wie Sie Ihre Kräfte einteilen

Am Anfang war die Idee. Zur Innovation wird sie erst, wenn sie erfolgreich im Markt realisiert wurde. Das heißt, dass aus der Idee ein Produkt oder eine Dienstleistung gezaubert wurde, für die Menschen wie Sie und ich Geld bezahlen. Im ersten Teil unserer Serie „Von der Idee zur Innovation“ erfahren Sie, wie Sie mit einem realistischen Mindset auf den Innovationsprozess zugehen.

Die Idee wird nicht immer zu einem Produkt. Manchmal kann sie auch Prozesse neu entwickeln oder optimieren, Abläufe und Verfahren effizienter und damit lukrativer machen, also Geld einsparen. Manche Ideen revolutionieren Märkte oder verändern sogar die Welt. Vorausgesetzt sie bleiben keine Idee, sondern werden mutig und erfolgreich als Innovation umgesetzt.

Wenn Sie für Ihre Firma, Ihren Bereich, Ihr Team, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung nach solchen bahnbrechenden Neuerungen streben, sollten Sie sich zu Beginn bewusst machen, welche Herausforderungen mit dem wohlklingenden Wort „Innovation“ verbunden sind, denn der Weg von der Idee zur Innovation ist lang und steinig. Nehmen wir einmal an, diese Wegstrecke sind 100% der Anstrengung, so fallen auf den ersten Teil der Ideenfindung ca. 10 bis 20% und auf den darauf folgenden Part der Ideenumsetzung 80 bis 90% des Krafteinsatzes. Überrascht?

Diese Zahlen sind geschätzte Erfahrungswerte aus meiner Arbeit mit Unternehmen unterschiedlichster Branchen und den Recherchen zu meinen Büchern. Auch wenn die Werte in einzelnen Fällen variieren, so zeigt sich doch ganz deutlich, dass der größte Teil der Anstrengung in der Umsetzung liegt.

In meinem letzten Buchtipp „Das Neue und seine Feinde“ war zu lesen, mit welchen Hindernissen Innovatoren zu kämpfen haben. Ganz viel Kraft geht für das Umschiffen von Bedenkenträgerklippen, Deshammanochniegmacht-Meutereien und Desbrauchtdochkeinmensch-Intrigen drauf. Sie brauchen Geld. Sie brauchen F&E-Ressourcen. Und Sie brauchen die richtigen Spinner. Seien Sie vorbereitet.

Haben Sie den Kraftaufwand für Ihre letzten Innovationsprozesse gemessen? Passt die 90/10-Aufteilung auch für Sie?

Space Kitchen – drei Fragen rund um die Zukunft von Haushaltsgeräten

Space Kitchen – drei Fragen rund um die Zukunft von Haushaltsgeräten

Wenn ich über Innovation nachdenke, tue ich das sehr oft in meiner Küche. Und ich frage mich beinahe täglich, wie z.B. ein Toaster in 20 Jahren aussehen wird? Douglas Adams entwarf in seinem Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ ein glühendes Messer, das beim Abschneiden des Toast das Rösten der Scheibe gleich mit übernimmt. Einer, der genau weiß, wo es in Sachen Küche in den nächsten Jahren hingehen wird, ist Dr. Lutz Ose, Director Innovation und R&D Support des Technologielieferanten E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH. Er hat mir meine drei drängendsten Fragen zur Hausgeräteinnovation beantwortet.

Anke Meyer-Grashorn: Wo geht Ihrer Meinung nach der Trend im Bereich Haushaltgeräte hin? Mit welchen Zukunftsthemen beschäftigen Sie sich gerade?
Dr. Lutz Ose: „Energieeffizienz, Intelligenz, Vernetzung und Geräuschminimierung sind die aktuellen Kriterien. Beim Kochen geht der Trend klar weiterhin zum induktiven Kochen.  Dampfgaren wird weiter in den Backofen integriert oder in separaten Geräten umgesetzt. Neuer Trend ist das Sous-vide-Kochen. Bei der Waschmaschine wird mehr Sensorik zu mehr Sicherheit und Bedienerentlastung führen. Programme werden automatisch anhand der Art und Menge der Beladung – wie auch beim Geschirrspüler – durch die Maschine vorgeschlagen.

Bei allen Geräten werden folgende Funktionen und Eigenschaften verstärkt zu finden sein: Vernetzung der Geräte untereinander und/oder mit einem Internet-Gateway,  vorzugsweise drahtlos, z. B. per WLAN – Stichwort Smart Home Automation. Dadurch wird die Steuerung/Überwachung nicht nur direkt am Gerät, sondern auch im Raum oder Haus, sowie auch aus der Ferne – sofern es die geltenden Sicherheitsvorschriften erlauben – mittels Smartphone, Tablet-PC o. ä. ermöglicht. Dazu kommen mehr Energieeffizienz, eine weitere Reduzierung von Standby- und anderen Verlusten, User-Interfaces mit Gestik- und Spracherkennung sowie Sprachausgabe.

Unsere aktuellen Zukunftsprojekte unterliegen natürlich einer strengen Geheimhaltung. Jedoch empfehle ich Ihnen die Lektüre unserer  Unternehmensbroschüre. Auf den Seiten 34 bis 43 kann man sich einen kleinen Einblick in die Haushaltswelt von morgen verschaffen.“

Anke Meyer-Grashorn: Was war eine wichtige Innovation von E.G.O., die das Business der E.G.O. maßgeblich verändert hat?
Dr. Lutz Ose: „Da gibt es einige Beispiele. Drei davon wollen wir uns einmal genauer ansehen. Da wäre die gute alte Gusskochplatte. Als erstes typisches E.G.O.-Produkt wird sie seit 1952 mit einer speziellen Randgestaltung zum wasserdichten Einbau in die Kochmulde gefertigt. Damit hat unser Firmengründer, Herr Karl Fischer, den endgültigen Durchbruch seiner Vision vom elektrischen Kochen erreicht. Die Kochplatte wird noch heute auf dieser konstruktiven Basis mit etwa 40.000 Stück pro Arbeitstag hergestellt!

Beispiel Nummer zwei ist der HiLight-Strahlungsheizkörper, entwickelt in weniger als drei Jahren von der Brainstorming-Idee bis zur Markteinführung. Dabei wurden alle Projektziele erreicht:  Verringerung der Zeit vom Einschalten bis zum sichtbaren Glühen von 30 auf drei Sekunden, ansprechendes Glühbild (Design) und Erlangung der Marktführerschaft. Von diesem Heizkörper fertigen wir heute unglaubliche 95.000 Stück pro Arbeitstag.  An dieses Projekt erinnere ich mich besonders gern, da es mein allererstes Entwicklungsprojekt bei E.G.O. im Jahre 1990 war. Als Projektleiter hatte ich darüber hinaus die Aufgabe, erstmals ein interdisziplinäres Projektteam zu führen – mit allen denkbaren Erfolgen und Rückschlägen.

EGO Flex Touch ControlUnser drittes Beispiel ist die EGO Touch Control, die erste und in großen Stückzahlen sowie einer immensen Variantenvielfalt gefertigte elektronische Steuerung. Interessant hierbei ist die Entstehungsgeschichte. Die Idee wurde eigentlich durch einen Mitarbeiter eines Kunden formuliert, indem dieser die Kombination mehrerer Einzel-Berührungsschalter mit einem Display vorschlug. Jedoch konnten damals weder er noch – zunächst – E.G.O. an eine kostengünstige Realisierung auch nur vage glauben.“

Anke Meyer-Grashorn:  Was ist für Sie das wichtigste technische Gerät, auf das Sie nicht verzichten können?
Dr. Lutz Ose: „Das kommt leider nicht aus unserer Fertigung und die Frage ist zudem schnell und einfach zu beantworten: Mein iPhone!“

Anke Meyer-Grashorn:  Dr. Ose, vielen Dank für das Gespräch! Ich freue mich auf innovative Küchenerlebnisse!