Open Innovation Sommerzirkel 2014 – Teil 5: Stärken-orientiertes Führen und Respekt als Erfolgskriterien

Open Innovation Sommerzirkel 2014 – Teil 5: Stärken-orientiertes Führen und Respekt als Erfolgskriterien

Über Zukunftskultur in Unternehmen informierte uns Birgit Heinermann von conpega leadership consulting. In ihrer Beratungstätigkeit erlebt sie immer wieder, dass Unternehmen in ihren Prozessen und Produkten state-of-the-art sind und innovative Geschäftsfelder sowie neue Regionen entwickeln, aber der Entwicklung der eigenen Führungs- und Unternehmenskultur zu wenig Beachtung schenken.

Ihr großes Thema heißt deshalb ‚Leading Innovation‘. Als Personalberaterin mit dem Fokus auf Innovationsmanagement legt sie ihren Schwerpunkt darauf, die richtigen Leute in den Innovationsprozess zu integrieren, bestehendes Potential zu nutzen und zusammen zu bringen sowie Skills zu entwickeln, die man benötigt, um Innovationen im Unternehmen erfolgreich voranzubringen. Auch wenn ‚jeder‘ innovativ ist und Innovationen per se ‚sexy‘ sind, entstehen keine Selbstläufer – leider ganz das Gegenteil. Innovationen bedeuten Veränderungen und diese führen – auch in innovativen Unternehmen – sehr häufig zu Blockaden.

Beim OISZ 2014 legte Birgit Heinermann ihr Augenmerk auf die Attraktivität von Unternehmen: Was muss ich als Unternehmen – unabhängig von der Größe – tun, um Mitarbeiter mit Potential für das Unternehmen zu gewinnen und diese zu halten? Die Attraktivität der Arbeitgeber spielt eine bedeutende Rolle, gerade bei der Generation Y, die anders denkt und andere Erwartungen an die Unternehmen und damit an die Führungskräfte hat. Mitarbeiter mit Potential werden immer mehr zum kritischen Erfolgsfaktor im Unternehmen.

Das Potential wecken
Birgit Heinermann führte uns durch die individuellen Anforderungen der verschiedenen Gruppen im Arbeitsprozess: Die Absolventen, Mitarbeiter mit erster Berufserfahrung, die Gruppe der 35-45 Jährigen, Frauen und Mütter, die Gruppe der 45-55 Jährigen sowie die Gruppe 55+. Gerade in der letzten Gruppe zeigte sie, dass ein Riesenpotential besteht, wenn diese Mitarbeiter durch eine wertschätzende Führung wieder integriert bzw. reaktiviert werden können.

Ihre vier goldenen Regeln einer Arbeitskultur, die sicherstellt, dass Mitarbeiter aller Gruppen dem Unternehmen ihr volles Potential zur Verfügung stellen:
• Vertrauen schenken durch geringe Kontrollen und eine kluge Fehlerkultur
• Sicherheit bieten
• Wertschätzung zeigen
• Eine Führungskultur implementieren, die Stärken stärkt und weg geht davon, die Defizite anzuprangern

Gerade die Motivation der Gruppe 55+ entwickelte sich zum stark diskutierten Thema, das die Teilnehmer des OISZ 2014 mit vielen eigenen Beispielen anreicherten: Bewährt hat es sich, die Nachfolge ca. zwei bis drei Jahre vor dem Austritt aus der Firma zu regeln, Respekt zu zeigen und Anerkennung und vor allem Klarheit zu vermitteln, damit die Mitarbeiter immer wissen: Was wird von mir erwartet?

Erfüllt wurden vor allem die Erwartungen der Teilnehmer des OISZ:
Think big! – Unkonventionelle Lösungsansätze finden – Neue Kontakte knüpfen –Neue Lebenskraft auftanken – Von anderen Branchen lernen – „Spirit“ zum Querdenken mitnehmen – Blick über den eigenen Tellerrand – Den Kopf frei bekommen

Alles das wünschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Beginn des OISZ 2014, und alle Erwartungen wurden erfüllt. Das Konzept des OISZ hat sich wieder einmal bestens bewährt.
Ein Konzept, das wir für Unternehmen auch an individuelle Innovationsbedürfnisse anpassen: Sie möchten mit Ihrem F&E-Team kommen und ordentlich rumspinnen? Mit der ganzen Firma? Mit allen Mitarbeitern sowie – ganz Co-Creation – mit Kunden und Lieferanten? Sie möchten Produkte, Geräte mitbringen? All das ist möglich und vieles mehr. Die Location Freiheit bietet unendliche Ressourcen in den unterschiedlichsten Bereichen. Unser Netzwerk an Spezialisten bietet Ihnen inspirierende Keynotes, kompetente Moderation, umfassende Kreativtechniken, besondere Innovationssoftware, aktuelles Fachwissen und das Gewusst-wie man einen solchen Event zum Erfolg machen kann.

Sie möchten einen eigenen Open Innovation Zirkel durchführen? Oder einen mit einem Partner-Ökosystem? Dann rufen Sie doch einfach an. Wir entwickeln für Sie ein effektives Format!

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New Work – neue Arbeitswelten und Best Practice – so lautete das Motto unseres Themenblocks Nummer vier beim Open Innovation Sommerzirkel 2014. Wir lernten einiges über das Spannungsfeld zwischen der Realität des Arbeitslebens und dem linearen Wunschdenken des Facility Managements und traditioneller Architekten, denen neue Anforderungen an Räume und Möbel noch nicht vertraut sind.

Einer der Referenten hatte eine ganz besondere Auswahl an informellen Sitzgelegenheiten im Gepäck: Robert Mokosch-Wabnitz, Leiter Consulting & Planung Deutschland Süd der Bene GmbH. Er kennt sich aus mit der Gestaltung von Räumen der Arbeit – jetzt und in Zukunft: mit Solution Workern, den lösungsorientierten Wissensarbeitern und mit Kult-Büros.

„Die Arbeit von morgen funktioniert anders!“ erklärte Robert Mokosch-Wabnitz und er listete einige der Trends auf, die unser Arbeitsleben bestimmen werden:
• Ein Zustand von Permanent-Beta, in dem Projekte kein Ende haben und von neuen Projekten überlagertwerden.
• Die junge Generation wird ihr „Hacking-Gen“ voll ausspielen und will gerne selbst etwas verändern.
• Unternehmen werden die Aufgaben von Schulen übernehmen, weil Kollaboration und Teamarbeit bei Schulabgängern völlig unterentwickelt sind.

An der Beziehung zwischen Mensch und Büro arbeiten
In der Wissensgesellschaft ist das Büro ein Marktplatz für Wissen, in dem Beziehungen aufgebaut und Wissen übertragen werden können. Ziel ist ein Zustand des Flow, in dem die Mitarbeiter konzentriert, motiviert, aktiv, stark, kreativ auf höchstem Konzentrations- und Leistungsniveau erfüllt und glücklich arbeiten können.

Begünstigt wird dieser Zustand durch eine Reihe von Faktoren, wie die Atmosphäre, die Struktur des Raums, die den Informationsfluss kanalisiert sowie unterschiedliche Angebote von Arbeits- und Aufenthaltsorten. Dazu kommen die Barrierefreiheit für Handlungsabläufe, Wandelbarkeit und Flexibilität. Die Struktur der Umgebung sollte ein sinnstiftendes, wertevermittelndes, organisiert wirkendes räumliches Umfeld ergeben.

Wie kommen wir also von einer Stromberg-Büroumgebung zu Flow und Innovation? Die Firma bene hat erst vor kurzem den Trendreport „Räume der Arbeit II“ veröffentlicht, in dem sie Muster einer zukunftsorientierten Arbeit und ihre Anwendbarkeit im Büro-Alltag analysiert. Die Hauptforderung: Das Büro sollte einer Smartphone-Oberfläche gleichen und weit mehr bieten, als eine Teeküche und Konferenzräume. Der Raum wird zum Moderator neuer Ideen und ermöglicht gleichzeitig Lernen, Zusammenarbeiten, Sozialisieren und Fokussierung.

Ist Ihr Büro fit für das Arbeitsleben von morgen?

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Open Innovation Sommerzirkel 2014 – Teil 3: Innovation für Geschäftsmodelle

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Der Tag zwei des Open Innovation Sommerzirkels 2014 widmete sich dem Thema „New Business – Geschäftsmodelle von morgen“. Unser Tool für den Vormittag: Der Business Model Canvas!

Ganz einfach gesagt: Wer sein Geschäftsmodell überdenken will, kann mit einer Postervorlage und vielen Post-Its ganz spielerisch unterschiedliche Varianten durchdenken oder generell neue Designs entwerfen. Es ist ein wunderbar einfaches Werkzeug, mit dem ich in meiner Arbeit als Innovationsberaterin schon vielen Unternehmen dabei helfen konnte, ein Geschäftsmodell zu visualisieren, auf Herz und Nieren zu prüfen oder weiterzuentwickeln. Die Idee stammt von Alexander Osterwalder, der das Modell in dem Buch „Business Model Generation“  für alle, die veraltete Geschäftsmodelle hinterfragen und Innovationen auf den Weg bringen wollen, beschreibt.

Die neun Elemente des Business Model Canvas, die genauer unter die Lupe genommen werden, heißen Kundensegmente, Kundenbeziehungen, Kanäle, Wertangebote, Schlüsselaktivitäten, Schlüsselressourcen, Schlüsselpartner, Kostenstrukturen und Einnahmequellen. Und weil alles mit allem verbunden ist, hat das Wegnehmen oder Hinzufügen des einen oder anderen Post-Its in einem Segment jeweils Folgen in den anderen acht Segmenten.

Wie genau das funktioniert und welchen Spaß diese Methode macht, das haben wir in der anschließenden Gruppenarbeit erfahren, in der wir anhand von zwei konkreten Geschäftsmodellen eine Reihe von innovativen Veränderungen entwickelten.

Hier zeigte sich vor allem, wie erfolgreich der interdisziplinäre Ansatz des OISZ ist, denn die „Nicht-Spezialisten“ außerhalb des Elfenbeinturms waren viel offener für völlig neue Herangehensweisen. Das Feedback: „Das Modell funktioniert sofort: Schnell, einfach mit sofort umsetzbaren Ergebnissen!“, „Hier konnte ich gleich konkrete Anregungen für meine Arbeit mitnehmen!“ und „Es tut gut zu sehen, dass Unternehmen anderer Branchen ähnliche Probleme haben!“.

Wann haben Sie Ihr Geschäftsmodell zum letzten Mal unter die Lupe genommen?

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Sag mir wo Du hinwillst, dann zeig ich Dir den Weg – diese Navigation ermöglichte den Innovatoren auf dem Open Innovation Sommerzirkel 2014 der Vortrag von Martina Schwarz-Geschka, Partner und Senior Consultant bei der Geschka & Partner. Die Spezialistin für Szenarien stellte uns diese Grundlage für die mittel- bis langfristige Strategieentwicklung und -überprüfung für Unternehmen vor. Anschließend konnten wir Co-Creation live ausprobieren und genießen.

Szenarien liefern wichtige Ansatzpunkte für Entscheidungen über eine Technologie- und Innovationsstrategie, die Suche nach neuen Geschäftsfeldern sowie zu großen Investitionen. Die Szenariotechnik ist ein Instrument der Zukunftsanalyse. 1976 von Prof. Geschka und Mitarbeitern beim Battelle-Institut entwickelt, wird sie seitdem permanent weiterentwickelt und verbessert. Mit ihrer Hilfe werden alternative, konsistente Zukunftsbilder für ein bestimmtes Thema erstellt. In einem komplexen und dynamischen Unternehmensumfeld liefern Szenarien eine wichtige Orientierung für strategische Überlegungen und helfen, Unsicherheiten über zukünftige Entwicklungen und damit die Gefahr von Fehlentscheidungen zu reduzieren.

Um einen Eindruck zu bekommen, wie man mit der Szenariotechnik arbeiten kann, stellte Martina Schwarz-Geschka den OISZ-Besuchern die Aufgabe, ein Szenario rund um das Thema „Wissensmanagement 2030“ zu entwickeln. Sie untersuchten die Aspekte Gesellschaft, Technologie, Wirtschaft sowie Politik und Gesetzgebung.

Co-Creation am Grill
Nach so viel Inspiration verlegten wir die Innovationsarbeit an den Grill und bereiteten anhand der Pico-Job Methode von innosabi in Co-Creation-Manier köstliche Grillgerichte und Soßen nach den Lieblingsrezepten der Grill-Community zu.

Die Pico Jobs sind eine Methode, die in der Plattform innosabi crowd als “Crowd Supercharger” zum Einsatz kommt. Pico Jobs sind sehr kleine Aufgaben, die aus dem Produkt- und Serviceentwicklungsprozess abgeleitet werden und von einer großen Menge Kunden, Nutzer und Konsumenten über das Internet bearbeitet werden.

Die innosabi GmbH – Sponsor unseres Grillabends – ist ein Anbieter von Crowdsourcing- und Open Innovation Software und begleitenden Dienstleistungen. Dabei helfen innosabis Leistungen, Innovationsprozesse für externes Wissen zu öffnen und so das Floprisiko neuer Produkte zu senken. innosabis Kunden kommen aus den verschiedensten Branchen, z.B. HARIBO, dm-drogerie markt oder EDEKA. Darüber hinaus betreibt innosabi Deutschlands größte Produktentwicklungscommunity für die Konsumgüterindustrie unserAller. innosabi wurde 2011 durch das Wirtschaftsministerium mit dem Preis IKT-innovativ als innovativstes IKT StartUp ausgezeichnet.

Dass Co-Creation – also die Strategie, die Kunden nicht nur als passive Konsumenten zu sehen, sondern sie zu Wertschöpfungspartnern zu machen, indem sie Produkte oder Dienstleistungen mitgestalten und teilweise sogar deren Entwicklung und Herstellung bestimmen oder übernehmen – funktioniert, hat dieser Grillabend eindrücklich bewiesen: Fleisch, Soßen und Beilagen waren ein Gedicht und das gemeinsame marinieren, rühren und brutzeln knüpfte ganz neue Verbindungen.

Unterstützt wurden wir unser Co-Creation Barbeque von den Salzburger Stiergrillern  und den Grills der Firma COBB, die eines ihrer tollen Grillgeräte für eine Verlosung stifteten. Vielen Dank noch einmal dafür!

Wo haben Sie Co-Creation schon einmal ausprobiert?

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Glaskugeln gab es nicht – aber eine ganz besondere Gruppe von Menschen, die sich mit exklusivem Wissen rund um Trends und Zukunftswissen auf die Reise machte hin zu einer erfolgversprechenden, innovativen Zukunft: Der Open Innovation Sommerzirkel führte im September 2014 Innovatoren, Visionäre, Kreative und Vordenker unterschiedlichster Disziplinen zu einer ganz besonderen Veranstaltung in der Location Freiheit zusammen. In dieser fünfteiligen Serie werden wir Ihnen einen Einblick geben, wie ein solcher High-End-Event das Neue in die Köpfe bringt.

Auf zwölf inspirierende, vernetzende Veranstaltungen – Sommerzirkel und Firmenbesuche – können wir im Open Innovation Benchmarkzirkel bereits zurückblicken. Darauf sind Birgit Heinermann und ich sehr stolz! Deshalb stand zu Beginn des OISZ 2014 ein Rückblick mit Erinnerungen und Fotos von den einzelnen Aktivitäten von 2009 bis heute.

Schließlich ist so ein Open Innovation Event immer etwas ganz Besonderes, es entstehen immer neue Verknüpfungen – zwischen den Menschen und den Synapsen im Gehirn. Verknüpfungen, die nicht entstanden wären, wenn man über seine beruflichen Fragestellungen weiter in seinem eigenen Büro, mit den vertrauten Kollegen und mit den immer gleichen Werkzeugen – Besprechung, Block, Stift und PC – nachgedacht hätte.

Perspektivwechsel mit Profis
Weil Innovation einen speziellen Nährboden braucht, haben wir das sehr effektive Konzept der Open Innovation Zirkel entwickelt – in einer eigens dafür konzipierten Location, die keine Innovationswünsche offen lässt: Ein Bauernhof in der Nähe von München mit Gebäuden, die für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt werden können: Da können auch mal Autos hineingefahren werden, viele oder wenige Leute sitzen, stehen, liegen, gehen, schreiben, nachdenken, reden, essen, basteln, malen, erfinden oder einfach nur sein – ganz in Erwartung der nächsten wirklich guten Idee. Ganz im Digital Detox-Modus, ganz im echten Leben.

Die Spur zur neuen Idee – die führte uns im September 2014 über Trends und Zukunftswissen. Dr. Pero Mićić, einer der führenden Experten für Zukunftsmanagement, zog uns zum Einstieg mit seiner spannenden Keynote mit dem Titel „Raus aus der Kurzfrist-Falle“ in den Bann. Er berichtete über die Ergebnisse aus seinem aktuellen Buch „Warum wir uns täglich die Zukunft versauen“, für das er übrigens den getAbstract International Book Award 2014 auf der Frankfurter Buchmesse erhielt. Anhand von Erkenntnissen aus Psychologie, Verhaltensökonomie und Neurowissenschaft zeigte der Zukunftsmanager anschaulich und einprägsam, wie wir die Kurzfrist-Falle im Kopf überwinden können.

Denn Menschen handeln unvernünftig: Couch oder Bewegung? Kredit oder Sparprogramm? Luxus-Auto oder Klimaschutz? Zahlreiche Studien belegen, dass wir fast immer die kurzfristig angenehmste Option wählen – auch wenn wir wissen, dass andere Alternativen langfristig sinnvoller wären. Das bringt jeden Einzelnen und die ganze Menschheit in größte Schwierigkeiten.

Um uns zukunftsintelligent zu verhalten plädierte Dr. Pero Mićić dafür, einen Plan für die erstrebte Zukunft zu erarbeiten, sozusagen eine Vorlage für unser Lebenspuzzle. Und das nicht nur für uns persönlich, sondern auch für unser Unternehmen. Eine Aufgabe, die sich nach seiner Erfahrung nicht delegieren lässt: „Was man machen lässt, ist nicht wirklich wirksam!“ sagte er mit einem kritischen Blick auf die vielen Führungskräfte, die den emotionalen Aufwand dafür scheuen und sich lieber für’s Tagesgeschäft engagieren.

„Führen ohne Zukunfts-Wir ist verwerflich!“ postulierte Dr. Pero Mićić und rief dazu auf, an unserer Willenskraft zu arbeiten: Sie zu schonen, zu stärken und zu erweitern, um der Kurzfrist-Falle zu entkommen. Besonders gut funktioniert das seiner Erfahrung nach in Familienunternehmen, bei denen die Unternehmenszukunft gut wahrnehmbar jeden Tag am Frühstückstisch sitzt. Die Kontinuität bei Firmeneignern und Mitarbeitern ist ein wichtiges Erfolgskriterium der Unternehmen aus dem „German Mittelstand“, um den uns viele andere Länder beneiden.

Die Arbeit an der Zukunft soll Lust machen auf die kommenden Jahre, so Dr. Pero Mićić, durch Emotionalisieren und Visualisieren, durch Mitarbeiterführung statt „Mitarbeiterschiebung“. Nur dann entscheidet unser Zukunfts-Ich oder –Wir vernünftig.

Weil die Arbeit an der Zukunft Spaß machen soll, haben sich im Anschluss an den Vortrag alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einen Maleranzug begeben und mit Pinsel und Farbe ihr Bild vom Zukunfts-Ich oder Zukunfts-Wir für das Jahr 2017 auf die Leinwände gezaubert. Das Ergebnis ist eine wunderbare Collage, die hier in der Location Freiheit einen Ehrenplatz bekommen hat.

Haben Sie schon ein Zukunfts-Ich, ein Zukunfts-Wir entworfen?

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Das Unternehmen neu erfinden – Sommerzirkel-Interview mit Dieter Lagois

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Längst hat sich die Erdgas Südwest vom reinen Erdgasversorger zum regionalen Energiepartner entwickelt, der alles aus einer Hand anbietet. Das Unternehmen geht neue Wege mit modernster Technik und innovativen Ideen. Heute beleuchten wir im Gespräch mit Dieter Lagois, Leiter Vertrieb und Zentrales Energiemanagement der Erdgas Südwest GmbH, wie man einen Rahmen dafür schafft, ein Unternehmen neu zu erfinden.

Wie sehen die Energiekonzepte der Zukunft aus? Worüber sollte ein Energieversorger heute nachdenken, um morgen die richtigen Angebote zu machen? Dieter Lagois arbeitet mit seinem Team an neuen Geschäftsmodellen und Ideen rund um das Thema Energie, die die Kunden von morgen glücklich machen. Die Initiatorinnen des Open Innovation Sommerzirkels (OISZ) 2014 – Birgit Heinermann und Anke Meyer-Grashorn – haben sich mit Dieter Lagois darüber unterhalten, wie sich das Unternehmen neu aufstellt, um den Zukunftsanforderungen gewachsen zu sein.

Herr Lagois, Sie geben uns beim Open Innovation Sommerzirkel einen Einblick in Ihre Zukunftsarbeit und stellen im Rahmen des Workshops „Geschäftsmodelle“ auch Ihre Ideen zur Diskussion. Welche Themen beschäftigen Sie und die Energie Südwest aktuell am meisten?
Dieter Lagois: „Die Unternehmenszukunft von Erdgas Südwest wird stark bestimmt von völlig neuen energiepolitischen Rahmenbedingungen. Da ist zum einen das Energiekonzept der Bundesregierung, das vorsieht, dass bis 2030 der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch 30% beträgt. Zudem soll die Sanierungsrate für den gesamten Gebäudebestand auf jährlich 2% verdoppelt werden. Dazu kommt der nationale Energieeffizienz Allokationsplan: Er sieht eine Reduktion des Wärmebedarfs des Gebäudebestands bis 2050 um 80% vor. Ziel ist es, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu haben. Die in Deutschland noch nicht verankerte EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden sieht darüber hinaus vor, dass ab 2020 alle neuen Gebäude Niedrigstenergiegebäude – annähernd Passivhausniveau – sein werden. Häuser werden also in absehbarer Zeit deutlich weniger Wärmeenergie benötigen.
Dazu kommt ein verändertes Kundenverhalten mit neuen Anforderungen: Die Kunden wollen mitmachen, fordern Selbstbestimmung. Das belegt die wachsende Zahl der Bürgerenergiegenossenschaften, die die Energieproduktion selbst in die Hand nehmen. Ganz oben bei den Kundenwünschen steht zudem Simplizität, insbesondere bei den Online-Services. Wird es zu kompliziert, steigen die Kunden aus.
Worauf wir uns auch einstellen, ist der Prosumer-Ansatz: Kunden sind nicht mehr nur Konsumenten, sondern z.B. mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach auch Produzenten. Kunden können sich in absehbarer Zeit selbst mit Energie versorgen.
Diese Veränderungen erfordern eine Erneuerung unseres Geschäftsmodells: Wir bieten jetzt autarke Energielösungen in Gemeinden und Kommunen an und ermöglichen Autarkie im B2C-Bereich. Wir entwickeln nachhaltige Energielösungen, die Ökologie, Ökonomie und partnerschaftlichen Umgang in Einklang bringen. Wir konzentrieren uns darauf, Energie von hier anzubieten und damit Unabhängigkeit von Energie- und Rohstoffimporten zu ermöglichen.
Sie sehen: Die Erdgas Südwest ist dabei, sich neu zu erfinden – unter Einbindung unendlicher Kreativität: Wir beziehen nicht nur Kunden, sondern auch Internetuser in die Produktentwicklung ein über Crowd Sourcing und Co-Creation.“

Aus Ihrer Erfahrung: Benötigen Innovationsteams besondere Arbeitsumgebungen, um erfolgreich zu sein?
Dieter Lagois: „Die Arbeitsumgebung ist ein Mosaikstein für innovatives Arbeiten und kann den Innovationsprozess unterstützen. Die Umgebung kann wie ein Katalysator wirken und bildet eine unterstützende Komponente im Innovationsprozess. Spezielle Arbeitsumgebungen und Perspektivenwechsel haben sich als förderlich erwiesen. Nichtdestotrotz wurden auch schon gute Ideen in klassischen Arbeitsumgebungen, also im Büro und Besprechungsraum, geboren.“

Welche Rolle spielt das Arbeitsumfeld, um kreative Prozesse, thinking out of the box etc. anzustoßen?
Dieter Lagois: „Die wichtigste Frage lautet: Welche Unternehmenskultur ist im Arbeitsumfeld eingebettet? Ist Querdenken erlaubt? Sind neue Ideen gewünscht und werden diese aufgenommen und weiterverfolgt? Wird Mut zu Neuentwicklungen und Vermarktung belohnt? Welche Bedeutung wird dem Thema Innovation im Unternehmen beigemessen, wenn es um Perspektiven, Zeit, Budget und das Erstellen einfacher Dieter Lagoisgeht?“

Gibt es dazu in Ihrem Unternehmen Beispiele?
Dieter Lagois: „Wir veranstalten regelmäßig die Erdgas-Südwest-Innovationstage an unterschiedlichen Locations, damit wir aus der gewohnten Umgebung herauskommen. Dann gibt es Innovationsworkshops mit Kunden, sowohl bei der Erdgas-Südwest als auch beim Kunden. Wichtig ist, dass Innovation unkompliziert ist: Mitarbeiter können jederzeit spontane Einladungen zur bereichsübergreifenden Entwicklung von Ideen und Lösungsvorschlägen aussprechen.“

Welche Bedeutung hat für Sie als Innovationsverantwortlicher die Arbeit mit Trends und anderen Zukunftsinstrumenten für den Innovationsprozess und die Innovationsqualität?
Dieter Lagois: „Zuerst möchte ich vorausschicken: Ich bin nicht DER Innovationsverantwortliche im Unternehmen, sondern alle Mitarbeiter haben diese Rolle.
Meine Kernfrage Nummer eins lautet: Wie erkenne ich rechtzeitig neue Trends? Dazu haben wir die Innovation in den Zielvereinbarungen verankert und sorgen dafür, dass wir disziplinübergreifend – einzeln oder als Team – teilnehmen an unterschiedlichen Seminaren und Kongressen. Dazu kommen die klassische Medienrecherche und Marktforschung sowie die Analyse des Feedbacks der Kunden sowie der Kundenbetreuer.
Meine Kernfrage Nummer zwei lautet: Möchte ich diesem Trend folgen? Hier selektieren wir nach sachlogischen Verfahren, also anhand einer Bewertungsmatrix und wir betreiben Innovations- und Marktforschung. Und weil sich nicht alles rational beurteilen lässt, ist für uns auch Intuition ein Kriterium, einen Trend zu bewerten.
Die Klärung dieser beiden Fragen wirkt sich signifikant auf den Innovationsprozess und seine Qualität aus. Qualität fängt immer am Anfang an. Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, Märkte selbst zu erschaffen mit Produkten, die heute noch niemand kennt!“

Wie wichtig sind „Querdenker“ in Ihrem Team?
Dieter Lagois: „Gibt es tatsächlich noch Leute, die glauben, Querdenker seien unwichtig?“

Wie halten Sie Mitarbeiter mit Potential/Leistungsträger in Ihrem Team/Unternehmen?
Dieter Lagois: „Wir erstellen für jeden Mitarbeiter ein persönlichen Entwicklungsplan. Dann sorgen wir für kulturelle Attraktivität und bieten große Freiräume zur Umsetzung neuer Ideen, die Übertragung von Verantwortung und sehr einfache Entscheidungsprozesse. Unser Ziel ist es, sinnstiftend in allem was wir tun zu sein, hohe Kollegialität und einen offenen Umgang in einer tollen Arbeitsumgebung zu pflegen. Das Wichtigste ist ein hoher Entfaltungsspielraum: Gestalter und Macher sind bei uns willkommen!“

Warum nehmen Sie am diesjährigen Open Innovation Sommerzirkel teil?
Dieter Lagois: „Für mich ist es wichtig, mein branchenübergreifendes Netzwerk zu erweitern sowie neue Produktimpulse und aktuelle Trendinfos zu erhalten.“

Worauf freuen Sie sich am meisten?
Dieter Lagois: „Auf den Austausch mit vielen netten und kreativen Menschen!“

Vielen Dank!

Hintergrundinformation Dieter Lagois:
Dieter Lagois verfügt über eine Ausbildung zum Kommunikationselektroniker (Telekom) und ein Studium zum Dipl.-Oecotroph. Nach einem Traineeprogramm bei der EnBW war er dort als Account Manager B2B, Einkaufscontroller, Einkaufsleiter, Niederlassungsleiter der Vertriebsniederlassungen Karlsruhe und Frankfurt sowie zuletzt als Leiter Key Account Management für Stadtwerke, Industriekunden und Vertriebsmarketing tätig. Bei Erdgas-Südwest ist er Leiter des Vertriebs und ist verantwortlich für die Bereiche B2B, B2C, Zentrales Energiemanagement (Portfoliomanagement, Energieeinkauf, Energielogistik) sowie Marketing.
www.erdgas-suedwest.de

Das Trend-Einmaleins der Innovationstreiber lernen – Sommerzirkel Interview mit Dr. Pero Mićić

Das Trend-Einmaleins der Innovationstreiber lernen – Sommerzirkel Interview mit Dr. Pero Mićić

Dr. Pero MicicWas bringt uns die Zukunft? Dr. Pero Micic, einer der führenden Experten für Zukunftsmanagement, hält am ersten Tag des Open Innovation Sommerzirkels 2014 (OISZ) eine spannende Keynote mit dem Titel „Raus aus der Kurzfrist-Falle“ über bedeutende Trends und deren Auswirkungen auf unser Geschäft. Die Initiatorinnen des OISZ 2014 – Birgit Heinermann und Anke Meyer-Grashorn – haben sich mit Dr. Pero Mićić darüber unterhalten, warum man diese Veranstaltung nicht verpassen sollte.

Herr Dr. Mićić, welche spannenden Fragen an die Zukunft werden Sie mit den Teilnehmern des Open Innovation Sommerzirkels diskutieren?
Dr. Pero Mićić: „Wir werden uns intensiv mit den Entwicklungen, Trends und Potenzialen beschäftigen, mit denen sich ein Unternehmen aktiv auseinandersetzen sollte, wenn es über das eigene zukünftige Geschäft nachdenkt. Unverzichtbares Zukunftswissen, das kleine Trend-Einmaleins der Innovationstreiber und –verantwortlichen.
Zudem werde ich zwei wichtige Zukunftsaspekte beleuchten, die mir besonders am Herzen liegen, weil sie den Ausschlag dafür geben, ob dieses Zukunftswissen auch entsprechend interpretiert und – darauf liegt unser Schwerpunkt – auch anwendbar gemacht wird.
Aspekt Nummer eins: Wir Menschen sind ein homo praesens, wir sind gemacht für ein Leben in der Gegenwart. Leider laufen wir damit Gefahr, uns täglich die Zukunft zu versauen. Warum treffen wir wider besseren Wissens falsche Entscheidungen? Warum setzen wir die richtigen Entscheidungen nicht um? Wie gelingt es uns, die chronische Kurzfristdenke zu überwinden? Darüber werden wir sprechen.
Aspekt Nummer zwei: Emotionale Beteiligung der Akteure. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmen und ihre erfolgreiche Zukunft ist Kontinuität. Entscheidend ist, dass den Beteiligten der Erfolg der Vision und der Ziele tatsächlich emotional wichtig ist. Wer Entscheidungen für die Zukunft trifft und sie verwirklichen soll, muss von den Erfolgen und Misserfolgen auch selbst betroffen sein. Sonst bleibt der kurzfristige Gewinn im Fokus. Unternehmen mit hoher Kontinuität bei Eignern, Führungskräften und Mitarbeitern verhalten sich wesentlich zukunftsintelligenter als Unternehmen, deren Aktien nur ein paar Tage gehalten werden. Weiter reicht dann nämlich auch der Zeithorizont des Top-Managements nicht.“

Welche Bedeutung hat die Arbeit mit Trends und anderen Zukunftsinstrumenten für den Innovationsprozess und die Innnovationskraft von Unternehmen?
Dr. Pero Mićić: „Ideen zu entwickeln braucht Inspiration. Innovation zu verwirklichen braucht strategische Orientierung, damit es nicht zur Verzettelung führt. Für beide Zwecke ist der systematische Umgang mit der Zukunft enorm hilfreich. Entscheidend ist die praktische Wirksamkeit des Zukunftsmanagements. Wer nur ein paar Megatrends analysiert, wird leicht enttäuscht sein. Man muss tiefer, breiter und weiter gehen, damit es wirklich inspiriert und orientiert.“

Warum sollte man den Open Innovation Sommerzirkel nicht verpassen?
Dr. Pero Mićić: „Wir haben es selbst in der Hand, die Zukunft unserer Unternehmen aktiv zu gestalten. Dazu ist es wichtig, die Zukunftsbrille aufzusetzen, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der Zirkel bietet gute Möglichkeiten, sich entsprechendes Wissen anzueignen und über den Tellerrand der eigenen Branche zu blicken.“

Herr Dr. Mićić, vielen Dank für dieses Interview!

Zur Person
Dr. Pero Mićić gilt international als ein führender Experte für Zukunftsmanagement. Er ist Vorstand der FutureManagementGroup AG, deren Mission es ist, Top-Entscheidern in Wirtschaft, Politik und Verwaltung zu helfen, mehr von der Zukunft zu sehen als die Konkurrenz.
Dr. Pero Mićić berät die Führungsteams und Zukunftsexperten großer Konzerne und führender Mittelständler zu Ergebnissen und Methoden der unternehmerischen Zukunftsforschung und begleitet sie bei der Umsetzung in praktische Marktchancen und Strategien.
Er ist Keynote-Speaker auf Fachtagungen und Festveranstaltungen in Städten wie Mexico, Houston, Washington, Warschau, London, Paris, Barcelona, Budapest, Prag, Moskau, Singapur und Kuala Lumpur. Er studierte Wirtschaftswissenschaft und Future Studies in Deutschland und den USA und promovierte in Großbritannien über “Phenomenology of Future Management in Top Management Teams”. Pero Mićić ist Autor von sechs Büchern, darunter zuletzt „Wie wir uns täglich die Zukunft versauen: Raus aus der Kurzfrist-Falle“ (2014), “Die fünf ZukunftsBrillen” (2007); “Das Zukunfts-Radar” (2006) und “Der ZukunftsManager” (2003). Er entwickelte das “Eltviller Modell” des Zukunftsmanagements und ist Dozent an renommierten Universitäten und Akademien.
Pero Mićić ist Gründungsmitglied der Association of Professional Futurists (Berufsverband) in den USA, Vorsitzender des Beirats der European Futurists Conference, Vorsitzender der Konferenz “Internationales Trend- und Zukunftsmanagement” und Beirat des weltweit ersten und ältesten Master-Studiengangs in Future Studies in Houston (USA).
Weitere Informationen unter www.Micic.com und www.FutureManagementGroup.com.

Zukunft ohne Glaskugel – Sommerzirkel-Interview mit Martina Schwarz-Geschka

Zukunft ohne Glaskugel – Sommerzirkel-Interview mit Martina Schwarz-Geschka

Heute ist morgen schon gestern – so lautet das Motto unseres Themenblocks Nr. eins beim Open Innovation Sommerzirkel 2014. Eine der Referentinnen: Martina Schwarz Geschka. Sie ist als Partner und Senior Consultant bei der Geschka & Partner Unternehmensberatung Spezialistin für Szenarien für Großunternehmen, mittelständische Unternehmen und Institutionen. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, warum sich Unternehmen ein Bild von ihrer Zukunft machen sollten.

Szenarien sind eine wichtige Grundlage für die mittel- bis langfristige Strategieentwicklung und -überprüfung für Unternehmen. Sie liefern wichtige Ansatzpunkte für Entscheidungen über eine Technologie- und Innovationsstrategie, die Suche nach neuen Geschäftsfeldern sowie zu großen Investitionen.

Die Szenariotechnik ist ein Instrument der Zukunftsanalyse. 1976 von Prof. Geschka und Mitarbeitern beim Battelle-Institut entwickelt, wird sie seitdem permanent weiterentwickelt und verbessert. Mit ihrer Hilfe werden alternative, konsistente Zukunftsbilder für ein bestimmtes Thema erstellt. In einem komplexen und dynamischen Unternehmensumfeld liefern Szenarien eine wichtige Orientierung für strategische Überlegungen und helfen, Unsicherheiten über zukünftige Entwicklungen und damit die Gefahr von Fehlentscheidungen zu reduzieren.

Diese Szenarien werden auf dem Open Innovation Sommerzirkel (OISZ) 2014 ein wichtiges Thema sein. Die Initiatorinnen des OISZ – Birgit Heinermann und Anke Meyer-Grashorn – haben sich mit Martina Schwarz-Geschka über ihren Vortrag unterhalten:

Was ist für Sie das Besondere am Open Innovation Sommerzirkel?
Martina Schwarz-Geschka: „Ich habe bisher ja noch bei keinem Open Innovation Sommerzirkel mitgemacht. Aber die Bilder, die ich gesehen habe, sind vielversprechend: Eine tolle Location, eine gänzlich andere Atmosphäre, z.B. mit Lagerfeuer und Aufderwiesesitzen, und Teilnehmern, die sehr offen sind und Spaß haben beim Austausch mit ‚Artgenossen‘. Nicht zu vergleichen mit der Atmosphäre in einem Konferenzhotel! Dazu interessante Vorträge von hochkarätigen Referenten. Ein Szenario, auf das ich persönlich sehr gespannt bin!“

Welche Bedeutung hat die Arbeit mit Trends und anderen Zukunftsinstrumenten für den Innovationsprozess und die Innovationsqualität von Unternehmen?
Martina Schwarz-Geschka: „Im Innovationsmanagement werden Entscheidungen für die Zukunft getroffen, man ist verantwortlich für die Produkte und Dienstleistungen der Zukunft – eigentlich müsste man über die Bedeutung des Zukunftsbezugs gar nicht reden müssen. Gerade in den frühen Phasen des Innovationsprozesses, in denen wir beratend tätig sind – die strategische Ausrichtung eines Unternehmens und die Ideenfindung, -bewertung, und -auswahl, ist es sehr wichtig, mit zukunftsbezogenen Informationen zu arbeiten. Wir nutzen insbesondere die Szenariotechnik und die Arbeit mit Trends. Und wir merken, dass sich dieses Thema herausbewegt aus der klassischen F&E-Ecke: Auch beispielsweise Betriebsräte, das produzierende Gewerbe, New Business Development Abteilungen oder Dienstleister arbeiten mit unserer Szenariotechnik.“

Worum geht es in Ihrem Vortrag?
Martina Schwarz-Geschka: „Wir konstruieren Zukunftsbilder. Wir analysieren, was auf uns zukommt. Die Frage, welche Entwicklungen möglich sind, überlassen wir nicht der Glaskugel. Wir beschreiben verschiedene Zukunftsbilder. Wir beleuchten Chancen und Risiken, um besser auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. In meinem OISZ-Vortrag werde ich die Methodik interaktiv vorstellen, das heißt, wir werden anhand eines Beispiels Zukunftsbilder zusammenpuzzeln. Und wir stellen uns Fragen: Wie komme ich zu Aussagen? Wie füge ich sie zusammen? Und was mache ich dann damit?“

Wie wichtig sind „Querdenker“ bei diesem Prozess?
Martina Schwarz-Geschka: „Querdenker sind sehr wichtig – sie bringen andere, neue Sichtweisen ein und können so ‚Denkroutinen‘, die wir alle haben, aufbrechen. Sie bringen Inspiration. Daher ist es mir auch wichtig, dass die Teams heterogen zusammengesetzt sind – Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen, mit unterschiedlichem Erfahrungshorizont, Geschlecht und Alter. Je breiter der Gedankenhorizont desto fruchtbarer sind die Ergebnisse für den Kunden.“

Was glauben Sie, welche Trends werden die Zukunft der Unternehmen in Deutschland am meisten beeinflussen?
Martina Schwarz-Geschka: „Da ist zum einen die Informations- und Kommunikationstechnologien als Querschnittstechnologie, die alle Bereiche – ob privat oder im Beruf – vernetzt und verändert, z.B. in Prozessen und Produktionsabläufen. In Deutschland wird sich zudem durch die demographische Entwicklung und die Veränderung der Altersstruktur ein gesellschaftlicher Wandel ergeben. Wenn im Zeitraum zwischen 2025 und 2030 die geburtenstarken Jahrgänge das Arbeitsleben verlassen werden, wird das zu einem enormen Erfahrungsverlust für die Wirtschaft führen. Die Integration ausländischer Arbeitskräfte wird viel Multikulti-Wissen von den Unternehmen verlangen. Verstärkt wird diese Anforderung durch die zunehmende Globalisierung und internationale Vernetzung. Dadurch werden sich Märkte, Prozesse und Unternehmensstrukturen verändern. Es wird dynamischer und globaler, die Szenarien werden komplexer. Ich kann nur allen Unternehmen raten, sich jetzt mit der Zukunft zu beschäftigen.“

Vielen Dank!

Zur Person Martina Schwarz-Geschka
Martina Schwarz-Geschka hat Betriebswirtschaftslehre in Gießen und Mannheim studiert. Anschließend war sie im Bereich Controlling/Marktforschung der BfG Bank AG in Frankfurt tätig (1992-1996). Seit 1992 arbeitete sie freiberuflich für die Geschka & Partner Unternehmensberatung und ist seit 1998 Partnerin der Gesellschaft. Durch die Projektleitung einer Reihe großer Szenariostudien hat sie umfassende Kompetenz in der Anwendung der Szenariotechnik aufgebaut. Neben der Beratung führt sie Trainings durch und ist Referentin der Zürich International Business School, Schweiz.

Kundenbedürfnisse antizipieren – Sommerzirkel-Interview mit Peter Liedtke

Kundenbedürfnisse antizipieren – Sommerzirkel-Interview mit Peter Liedtke

Ein Stammgast beim Open Innovation Sommerzirkel ist Peter Liedtke, Geschäftsführer der Bezirksverwaltung Süd bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, warum er regelmäßig den OISZ besucht und wie er sich innovativ hält.

Die BG BAU ist die gesetzliche Unfallversicherung für die Bauwirtschaft und baunahe Dienstleistungen in Deutschland. Sie bildet, wie die Kranken- und Rentenversicherung, eine Säule im deutschen Sozialversicherungssystem. Sie fördert Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Betrieb sowie am Arbeitsplatz und vermeidet so Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten.

Der Tunnelblick ist zwar keine Berufskrankheit, aber ein Problem, mit dem sich Führungskräfte regelmäßig auseinandersetzen müssen, um stets den freien Blick auf die Kundenbedürfnisse von morgen zu haben. Die Initiatorinnen des Open Innovation Sommerzirkel (OISZ) 2014 – Birgit Heinermann und Anke Meyer-Grashorn – haben sich mit Peter Liedtke darüber unterhalten, wie man dem Tunnelblick vorbeugen und innovativ bleiben kann:

Was ist für Sie das Besondere am Open Innovation Sommer Zirkel?
Peter Liedtke: „Fünf Gründe führen mich jedes Jahr zum OISZ: Erstens: Ich nehme mir Zeit, die ich mir für das wichtige Thema Innovation sonst nur selten nehme. Zweitens: Ich treffe eine große Anzahl an kreativen Köpfen aus ganz anderen Branchen. Drittens: Ich erhalte Anregungen, Denkanstöße und Inspiration, während ich anderen Anregungen, Denkanstöße und Inspiration anbiete. Viertens: Ich genieße die urige Location, die Ruhe und die Gastfreundschaft mitten im Allgäu. Und schließlich fünftens: Ich gehe regelmäßig mit mehr Ideen nachhause, als ich Fragen mitgebracht habe!“

Welche Bedeutung hat für Sie als Innovationsverantwortlicher die Arbeit mit Trends und anderen Zukunftsinstrumenten für den Innovationsprozess und die Innovationsqualität?
Peter Liedtke: „Die Arbeit mit Trends und anderen Zukunftsinstrumenten löst den Blick aus der Binnensicht und lässt uns das künftige Verhalten, die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Mitgliedsunternehmen und unserer Versicherten besser antizipieren.“

Wie wichtig sind „Querdenker“ in Ihrem Team?
Peter Liedtke: „Querdenker stellen etablierte Verfahren und konformes Denken in Frage. Sie geben sich nicht mit dem Althergebrachten und dem immer Gleichen zufrieden.
Sie zwingen uns zu einer regelmäßigen Auseinandersetzung mit dem Status Quo und locken uns aus unseren Komfortzonen. Der Umgang mit Querdenkern ist mindestens anstrengend, manchmal sehr zeitaufwändig, führt aber sehr oft zu wichtigen Erkenntnissen und Einsichten sowie mittelbar zu sinnvollen und zweckmäßigen Lösungen.“

Wie halten Sie Mitarbeiter mit Potential/Leistungsträger in Ihrem Team/Unternehmen?
Peter Liedtke: „Da hier die finanziellen Möglichkeiten einer Körperschaft des öffentlichen Rechts begrenzt sind, sind ein Höchstmaß an Eigenverantwortlichkeit, die Beteiligung an übergeordneten Entscheidungen, regelmäßige, gegenseitige Information, Wertschätzung und das Erzielen gemeinsamer Erfolge besonders wichtig, um Leistungsträger an uns zu binden.“

Aus Ihrer Erfahrung: Benötigen Innovationsteams besondere Arbeitsumgebungen, um erfolgreich zu sein?
Peter Liedtke: „Wir haben festgestellt, dass das von unseren Kolleginnen und Kollegen – auch themenbezogen – ganz unterschiedlich empfunden wird. Unsere Arbeitsumgebung ist technisch und ergonomisch zwar up-to-date, aber doch konventionell. Wir haben allerdings gute Erfahrungen damit gemacht, das tägliche Umfeld für Workshops komplett zu verlassen und damit das gewohnte Denken auch…!“

Vielen Dank!

Hintergrundinformation Peter Liedtke:
Peter Liedtke ist Geschäftsführer der Bezirksverwaltung Süd bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Er hat Finanzwirtschaft und Wirtschaftsinformatik studiert, war einige Jahre als CIO für die IT der BG BAU verantwortlich und leitet mit der BV Süd seit zwei Jahren eine Organisationseinheit mit ungefähr 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

 

Innovation ist überall – Sommerzirkel Interview mit Birgit Heinermann

Innovation ist überall – Sommerzirkel Interview mit Birgit Heinermann

In ihrer Beratungstätigkeit erlebt Birgit Heinermann immer wieder, dass Unternehmen in ihren Prozessen und Produkten state-of-the-art sind und innovative Geschäftsfelder sowie neue Regionen entwickeln, aber der Entwicklung der eigenen Führungs- und Unternehmenskultur zu wenig Beachtung schenken. Birgit Heinermann, mit der ich bereits den dritten Open Innovation Sommerzirkel in diesem Jahr organisiere, hat sich daher spezialisiert auf das Thema Führungskultur der Zukunft – gerade in Umfeldern, wo Innovationen und innovative Mitarbeiter immer deutlicher zur erfolgskritischen Größe werden. Ich wollte von ihr wissen, welches ihr Sommerzirkel-Spezialthema 2014 ist.

Birgit, was ist für Dich das Besondere am Open Innovation Sommerzirkel?
Birgit Heinermann: „Aus den Feedbacks der letzten Sommerzirkel weiß ich, dass die Teilnehmer die besondere Atmosphäre schätzen, die durch die offene Art der Menschen, aber auch die Location Freiheit im Allgäu entsteht. 15.000 qm pures Grün, Hallen mit über 400 qm sind für uns Städter ein außergewöhnliches Umfeld, befreien Körper und Geist von Alltagszwängen und geben genügend Raum für Inspiration und freies Denken.

Der andere bedeutsame Aspekt ist das über die Jahre gewachsene Netzwerk an herausragenden Innovationsspezialisten aus unterschiedlichsten Unternehmen und Branchen, in dem spannende Kooperationen und darüber auch Vertrauen und Offenheit entstanden sind. Die Folge: Jeder kann individuell seine Fragen und Themen einbringen und bekommt von den Profis aus der Praxis direkt Antworten und eine Vielfalt an erprobten Anregungen.

Top-Speaker zu aktuellen Themen in Sachen Innovation und Führung im Innovationsprozess geben einerseits theoretischen Input und andererseits erprobte Methoden und Tools an die Hand, die die Teilnehmer im Alltag unmittelbar einsetzen können. Und durch die mehrtägige Veranstaltung entsteht viel Raum zu intensivem Netzwerken in ungezwungener Umgebung.“

Welches Thema wird in diesem Jahr Dein Schwerpunkt sein?
Birgit Heinermann: „Mein großes Thema heißt ‚Leading Innovation‘. Als Personalberaterin mit dem Fokus auf Innovationsmanagement lege ich meinen Schwerpunkt darauf, die richtigen Leute im Innovationsprozess zu haben, bestehendes Potential zu nutzen und zusammen zu bringen sowie Skills zu entwickeln, die man benötigt, um Innovationen im Unternehmen erfolgreich voranzubringen. Auch wenn ‚jeder‘ innovativ ist und Innovationen per se ‚sexy‘ sind, entstehen keine Selbstläufer – leider ganz das Gegenteil. Innovationen bedeuten Veränderungen und diese führen – auch in innovativen Unternehmen – sehr häufig zu Blockaden.

Dieses Jahr liegt unser Augenmerk auf der Attraktivität von Unternehmen: Was muss ich als Unternehmen – unabhängig von der Größe – tun, um Mitarbeiter mit Potential für das Unternehmen zu gewinnen und diese zu halten? Die Attraktivität der Arbeitgeber spielt eine bedeutende Rolle, gerade bei der Generation Y, die anders denkt und andere Erwartungen an die Unternehmen und damit an die Führungskräfte hat. Mitarbeiter mit Potential werden immer mehr zum kritischen Erfolgsfaktor im Unternehmen.“

Was tust Du, um innovativ zu sein?
Birgit Heinermann: „Wir sind als conpega nicht auf eine einzelne Branche fixiert, sondern sind vom produzierenden Mittelstand über das Gesundheitswesen bis hin zum DAX-Unternehmen bewusst in den unterschiedlichsten Branchen tätig. Dies führt dazu, dass man als Berater identische Themen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und daraus resultierend unterschiedliche Lösungen entwickeln muss.

Für mich persönlich bedeutet innovativ zu sein, Funktionierendes ständig zu hinterfragen, Trends zu erkennen und möglichst viel Kontakt aufzunehmen mit Themen und Personen, die einem ‚fremd‘ erscheinen und an die man sich gar nicht so gerne hintraut. Sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu bewegen, innovativ zu sein, ist für mich eine innere Haltung. Dann hole ich mir die Kreativität und die Methoden, – z.B. Kreativitäts-Tools, Customer-Insights, Szenario-Technik, Co-Creation, Projektmanagement etc. – um die Themen anzupacken.

Übrigens siedle ich Innovation nicht nur in der Produktentwicklung an, sondern überall: In der Kunden-Lieferanten-Beziehung, in der Mitarbeiterführung, in Vergütungsmodellen, in Arbeitszeitmodellen, im Wissenstransfer und damit im Miteinander von älteren und jungen Mitarbeitern. Immer mit Blick auf den Unternehmenserfolg!“

Vielen Dank!

Birgit Heinermann arbeitet als Personalberaterin und Coach und ist Geschäftsführerin der conpega leadership consulting gmbh. Nach 11 Jahren in Managementfunktionen (Vertrieb/Marketing) bei einem der führenden internationalen Player der pharmazeutischen Industrie, wechselte Sie 1999 in die Beratung und ist hier mit den Schwerpunkten Executive Search, Management-Diagnostik und in der strategischen HR-Beratung gerade im Umfeld von Innovationsprozessen erfolgreich tätig.