Open Innovation Sommerzirkel 2014 – Teil 1: Tapetenwechsel für’s Firmenhirn

Glaskugeln gab es nicht – aber eine ganz besondere Gruppe von Menschen, die sich mit exklusivem Wissen rund um Trends und Zukunftswissen auf die Reise machte hin zu einer erfolgversprechenden, innovativen Zukunft: Der Open Innovation Sommerzirkel führte im September 2014 Innovatoren, Visionäre, Kreative und Vordenker unterschiedlichster Disziplinen zu einer ganz besonderen Veranstaltung in der Location Freiheit zusammen. In dieser fünfteiligen Serie werden wir Ihnen einen Einblick geben, wie ein solcher High-End-Event das Neue in die Köpfe bringt.

Auf zwölf inspirierende, vernetzende Veranstaltungen – Sommerzirkel und Firmenbesuche – können wir im Open Innovation Benchmarkzirkel bereits zurückblicken. Darauf sind Birgit Heinermann und ich sehr stolz! Deshalb stand zu Beginn des OISZ 2014 ein Rückblick mit Erinnerungen und Fotos von den einzelnen Aktivitäten von 2009 bis heute.

Schließlich ist so ein Open Innovation Event immer etwas ganz Besonderes, es entstehen immer neue Verknüpfungen – zwischen den Menschen und den Synapsen im Gehirn. Verknüpfungen, die nicht entstanden wären, wenn man über seine beruflichen Fragestellungen weiter in seinem eigenen Büro, mit den vertrauten Kollegen und mit den immer gleichen Werkzeugen – Besprechung, Block, Stift und PC – nachgedacht hätte.

Perspektivwechsel mit Profis
Weil Innovation einen speziellen Nährboden braucht, haben wir das sehr effektive Konzept der Open Innovation Zirkel entwickelt – in einer eigens dafür konzipierten Location, die keine Innovationswünsche offen lässt: Ein Bauernhof in der Nähe von München mit Gebäuden, die für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt werden können: Da können auch mal Autos hineingefahren werden, viele oder wenige Leute sitzen, stehen, liegen, gehen, schreiben, nachdenken, reden, essen, basteln, malen, erfinden oder einfach nur sein – ganz in Erwartung der nächsten wirklich guten Idee. Ganz im Digital Detox-Modus, ganz im echten Leben.

Die Spur zur neuen Idee – die führte uns im September 2014 über Trends und Zukunftswissen. Dr. Pero Mićić, einer der führenden Experten für Zukunftsmanagement, zog uns zum Einstieg mit seiner spannenden Keynote mit dem Titel „Raus aus der Kurzfrist-Falle“ in den Bann. Er berichtete über die Ergebnisse aus seinem aktuellen Buch „Warum wir uns täglich die Zukunft versauen“, für das er übrigens den getAbstract International Book Award 2014 auf der Frankfurter Buchmesse erhielt. Anhand von Erkenntnissen aus Psychologie, Verhaltensökonomie und Neurowissenschaft zeigte der Zukunftsmanager anschaulich und einprägsam, wie wir die Kurzfrist-Falle im Kopf überwinden können.

Denn Menschen handeln unvernünftig: Couch oder Bewegung? Kredit oder Sparprogramm? Luxus-Auto oder Klimaschutz? Zahlreiche Studien belegen, dass wir fast immer die kurzfristig angenehmste Option wählen – auch wenn wir wissen, dass andere Alternativen langfristig sinnvoller wären. Das bringt jeden Einzelnen und die ganze Menschheit in größte Schwierigkeiten.

Um uns zukunftsintelligent zu verhalten plädierte Dr. Pero Mićić dafür, einen Plan für die erstrebte Zukunft zu erarbeiten, sozusagen eine Vorlage für unser Lebenspuzzle. Und das nicht nur für uns persönlich, sondern auch für unser Unternehmen. Eine Aufgabe, die sich nach seiner Erfahrung nicht delegieren lässt: „Was man machen lässt, ist nicht wirklich wirksam!“ sagte er mit einem kritischen Blick auf die vielen Führungskräfte, die den emotionalen Aufwand dafür scheuen und sich lieber für’s Tagesgeschäft engagieren.

„Führen ohne Zukunfts-Wir ist verwerflich!“ postulierte Dr. Pero Mićić und rief dazu auf, an unserer Willenskraft zu arbeiten: Sie zu schonen, zu stärken und zu erweitern, um der Kurzfrist-Falle zu entkommen. Besonders gut funktioniert das seiner Erfahrung nach in Familienunternehmen, bei denen die Unternehmenszukunft gut wahrnehmbar jeden Tag am Frühstückstisch sitzt. Die Kontinuität bei Firmeneignern und Mitarbeitern ist ein wichtiges Erfolgskriterium der Unternehmen aus dem „German Mittelstand“, um den uns viele andere Länder beneiden.

Die Arbeit an der Zukunft soll Lust machen auf die kommenden Jahre, so Dr. Pero Mićić, durch Emotionalisieren und Visualisieren, durch Mitarbeiterführung statt „Mitarbeiterschiebung“. Nur dann entscheidet unser Zukunfts-Ich oder –Wir vernünftig.

Weil die Arbeit an der Zukunft Spaß machen soll, haben sich im Anschluss an den Vortrag alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einen Maleranzug begeben und mit Pinsel und Farbe ihr Bild vom Zukunfts-Ich oder Zukunfts-Wir für das Jahr 2017 auf die Leinwände gezaubert. Das Ergebnis ist eine wunderbare Collage, die hier in der Location Freiheit einen Ehrenplatz bekommen hat.

Haben Sie schon ein Zukunfts-Ich, ein Zukunfts-Wir entworfen?

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