Wie man die Chancen der digitalen Transformation nutzt


Ein neues Büro in Berlin und ein neues Veranstaltungsformat: Die Amazon Academy brachte am 11. Juni 2015 Marketplace-Händler, Selfpublisher, Softwareentwickler, Wissenschaftler, Optimisten, Innovatoren und Experten zusammen, um Ideen und provokante Gedanken zu diskutieren. In den Vorträgen gab es eine Vielzahl von Impulsen dazu, wie wir Altes neu denken können und wie sich Hürden für Innovationen beseitigen lassen. Und ich mittendrin!

Das neue Amazon Büro, in dem 450 neue Arbeitsplätze entstehen werden, wurde durch Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer, Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber sowie Amazon-Chef-Entwickler Deutschland Ralf Herbrich eröffnet. Die Veranstaltung war weit mehr als eine Einweihungsfeier und wurde im neuen Format der Amazon Academy gestaltet, die eine Plattform für Kunden wie Start-ups und E-Book-Autoren für den Ideenaustausch und die Entwicklung innovativer Konzepte und neuer Geschäftsmodelle bot.

Die Keynote mit dem Thema „Spinnen ist Pflicht: Die Kunst der Innovation“ – das war mein Part. Auch wenn es um die digitale Zukunft ging, so habe ich über ein sehr analoges und gelungenes Beispiel für Innovationsprozesse aus dem Jahr 1492 gesprochen: Die Expedition von Christoph Kolumbus. Sie funktionierte nach dem Motto „Learning by Lossegeln!“, ein Vorbild für das Innovationsverhalten aller heutigen Unternehmen: Weg von der Angst vor Veränderung, weg von Sicherheits- und Kontrolldenken. Hin zu Expeditionen mit neugierigen, mutigen Kapitänen, die Neuland finden wollen!

Anschließend moderierte ich die Podiumsdiskussion unter dem Motto „Zukunft der Möglichkeiten“. Auf dem Podium: Blogger Richard Gutjahr, Geschäftsführer des IfH Köln, Kai Hudetz, die Forschungsleiterin des Gottlieb Duttweiler Instituts Karin Frick sowie Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber.

Einen Eindruck von der Veranstaltung zeigt das Video oben. Meine persönlichen Highlights:
Selfpublishing ist toll!
• Die Digitalisierung zieht einen grundlegenden Wandel in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen nach sich.
• Die Wertschöpfungsketten werden sich radikal durch die Digitalisierung verändern.
• Der Gründergeist regiert in Deutschlands Hauptstadt: In Berlin wird alle 20 Stunden ein neues Start-up gegründet!

Was bedeutet das für Ihr Business?

Von der Idee zur Innovation – Teil 9: Fünf Tipps für die erfolgreiche Präsentation von Ideen

Von der Idee zur Innovation – Teil 9: Fünf Tipps für die erfolgreiche Präsentation von Ideen

Ich will alles dafür tun, dass diese Idee zum Leben erweckt wird! Das ist der Satz, den jeder auf den Lippen haben sollte, dem Sie Ihre erfolgversprechende Idee präsentiert haben. Wie Sie dabei geschickt vorgehen können, verrate ich Ihnen im achten Teil der Serie „Von der Idee zur Innovation“.

Die neuen Ideenpflänzchen sind noch sehr zart. Nichts ist einfacher als eine gute Idee genau jetzt kaputt zu treten. Das passiert häufig, wenn man als Ideenproduzent vergisst, die Idee auch gut zu verpacken. Es geht jetzt darum, die Idee attraktiv darzustellen, sie zu visualisieren, ihr Leben einzuhauchen, sie in schönstem Licht erstrahlen zu lassen und sie so beeindruckend zu präsentieren, dass andere begeistert „JA! MACHEN!” rufen und zur Umsetzung alle Wege frei räumen.

Diese fünf Tipps werden Ihnen dabei helfen:
1. Vergessen Sie die Standard-Powerpoint-Präsentation. Denken Sie lieber an starke Bilder, die Sie mit Ihrer Sprache beschreiben oder die Sie mit einem Projektor an die Wand schmeißen. Denn: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte! Übrigens: Eine Beschreibung zu Alternativen zu Powerpoint finden Sie hier, nützliche Tools für Präsentationen finden Sie z.B. hier und hier.

2. Setzen Sie Emotionen ein: Wie fühlt sich das an, wenn die Idee zum Markterfolg wird? Für diejenigen, für die Sie die Präsentation halten? Für die Kunden? Für das Team? Für die Firma? Für den Mitbewerb?

3. Nutzen Sie Präsentatoren, die andere mitreißen und für ihre Idee kämpfen. Leidenschaft und ein gewisses Showtalent können dabei nicht schaden.

4. Arbeiten Sie mit allen Sinnen: Wie riecht Ihre Idee? Wie fühlt sie sich an? Wie schmeckt Sie? Wie sieht sie aus? Wie hört sie sich an? Bringen Sie etwas zum Anfassen mit, eine Verpackung, einen Prototypen, etwas zum Riechen, etwas zum Probieren. Wenn möglich natürlich…

5. Erzählen Sie eine Geschichte: Erwachsene erzählten sie sich seit jeher am Lagerfeuer, Kinder lieben sie, denn lebendig erzählte Geschichten gewinnen ihre Aufmerksamkeit und Konzentration viel leichter als ein sachorientierter Bericht. Eine gute Geschichte wird gerne weitererzählt. Verpacken Sie Ihre Idee in eine Geschichte, nutzen Sie „Storytelling“. Dabei werden komplexe Inhalte vereinfacht und in einen Zusammenhang gebracht. Die so entstandene Geschichte wird anschaulich erzählt, z.B. mit Metaphern, damit sie besser im Gedächtnis bleibt. Auch Märchen sind erlaubt oder eine Heldenreise. Hauptsache Sie motivieren und begeistern Ihr Publikum!

Welche Art der Ideenpräsentation hat sich für Sie bewährt?

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Von der Idee zur Innovation – Teil 8: Wie man Ideen verdichtet

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Idee 1: Hm, gut? Idee 2: Hm, gut? Idee 287: Seufz, gut? Im sechsten und siebten Beitrag unserer Serie „Von der Idee zur Innovation“ haben wir gesehen, wie man Ideen sammelt. Das Sammeln ist eine wunderbar produktive Tätigkeit, an deren Ende oft zwischen 100 und 1000 Rohideen entstanden sind. Aus der Menge der Rohideen werden im diesem Schritt konkrete Top-Ideen formuliert. Das wollen wir uns einmal näher ansehen:

Tausend Ideen, das klingt nach einer Menge Stoff. In der Küche kocht man eine gute Soße auch aus vielen Zutaten, die dann ganz lange eingekocht und reduziert werden. Es entsteht die Reduktion, eine Essenz der Aromen, die mal durch Pürieren, mal durch Passieren und Sieben die feinste Konsistenz erhält. Auch mit unseren Rohideen verfahren wir auf diese Weise: In verschiedenen Schritten werden sie gefiltert, verworfen, kombiniert, adaptiert, gewürzt, verändert, ergänzt, hinterfragt, diskutiert und verfeinert.

Was man dazu braucht: Kreativitätstechniken wie die Disney-Methode, deBonos Hüte, Extremfragen und diverse Bewertungsmethoden. Viele davon habe ich in meinem Buch „Spinnen ist Pflicht“ beschrieben. Dazu kommen moderierte Diskussionen, die von jemandem angeleitet werden, der sich mit der systematischen Ideenproduktion gut auskennt.

Am Ende halten Sie ein bis fünf Top-Ideen in Händen, die bis zum Projektstatus ausgearbeitet sind. Die Realität kommt wieder ins Spiel, rege Diskussion ist erwünscht. Bearbeitet werden wichtige Parameter wie z.B. die Beschreibung der Idee, die Zielgruppe der Idee, der konkrete Nutzen für die Zielgruppe, Umsetzungsschritte, Meilensteine, Ressourcen, wie Zeit, Geld, Wissen, Personen etc., mögliche Widerstände, verantwortliche Treiber, Kommunikationsmedien, konkrete erste To Do’s etc.

Mein Tipp für diesen Schritt: Arbeiten sie hier mit einem neuen Team. Jetzt sollten auch diejenigen ins Spiel kommen, die für die weitere Umsetzung verantwortlich sind: Diejenigen, die OK sagen müssen, die ihre Budgets und andere Ressourcen zur Verfügung stellen, die Geld geben oder das Ganze vermarkten und verkaufen sollen.

Muss das sein? Kritische Geister unter Ihnen fragen sich jetzt möglicherweise: Wozu der ganze Aufwand? Zuerst mühe ich mich ab, Unmengen von Rohideen zu produzieren, um diese beängstigende Masse anschließend wieder klein zu machen? Genau. Das ist der entscheidende Trick bei der Ideenproduktion.

Wenn Sie am Ende des Prozesses etwas wirklich Neues möchten, eine Killerapplikation oder die Innovation, die den Markt aufmischt, wenn dort eine bis zehn Ideen mit Zukunftspotenzial auf dem Tisch liegen sollen, dann brauchen Sie dafür viel und unterschiedlichstes Ausgangsmaterial. Die Chance, dass bei einer Menge von 1000 Rohideen die ein oder andere Innovation oder zumindest eine neue Lösung dabei sein könnte, ist wesentlich größer als bei einer Ausgangsmenge von 10 Rohideen. Die meisten firmeninternen Brainstormings oder Ideensessions sind zu kurz, zu eng und zu klein gedacht. Die mühsam errungenen zehn kleinen Ideechen verenden schon kurz nach ihrer Geburt, noch bevor sie diesen Schritt erreicht haben.

Sie haben es fast geschafft. Sie sind jetzt kurz vor dem Ende der Ideenproduktionsstraße angelangt. Fast fertig. Bitte noch nicht zurücklehnen und zufrieden sein, denn es fehlt noch ein Schritt, und den sehen wir uns im neunten Teil dieser Serie genauer an.

Wie reduzieren Sie große Mengen an Ideen?

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Ideenproduktion

Die systematische Ideenproduktion ist ein wunderbarer, herrlich anarchischer Prozess, ich genieße ihn immer wieder, wenn ich ihn zusammen mit meinen Beratungskunden durchlaufe. Mein Ideenproduktions-Prozess ist einfach und besteht aus drei Schritten: Sammeln – Verdichten – Präsentieren. Alle drei Schritte sind gleich wichtig und müssen nacheinander durchlaufen werden. Nicht mischen, nichts weglassen. Wie bei der Autoproduktion. Zuerst wird die Karosserie zusammengebaut, dann wird lackiert und dann werden alle anderen Teile montiert. Mischen impossible.

Damit Sie sich in Ihre Rolle als IdeenproduzentIn besser hineinversetzen können, ziehen Sie sich jetzt einfach Ihren Blaumann oder die Arbeitsschürze an. Sie betreten jetzt die Ideen-Fabrikhalle 1 und erhalten die Fragestellung, zu der Sie heute Ideen produzieren sollen. Zum Beispiel: „Was müssen wir tun, um mit unseren Kunden besser zu kommunizieren?” oder „Wie sieht das Bankgeschäft 2020 aus?” oder „Wie können wir den Arbeitsprozess XY optimieren?” oder „Wie können wir unsere Verwaltung entschlacken und Geld einsparen?” oder „Wo und wie findet die nächste Weihnachtsfeier statt?”. Sie verbringen die ersten Stunden des Tages in der Abteilung „Sammeln”. Sie arbeiten im Team, alle notwendigen Werkzeuge liegen bereit.

Das Ziel des ersten Schrittes “Sammeln” ist es, so viele Ideen wie möglich zusammenzutragen. Alles, was Sie bekommen können. Je unterschiedlicher, umso besser, Masse statt Klasse.

Motto: Spinnen ist Pflicht!

Ganz wichtig dabei ist: Schalten Sie den Zensor, Bedenkenträger, Aufdembodenbleiber, Realitätsabgleicher aus. Kritik und Wertung, Hinterfragen von Sinnhaftigkeit, möglichen Zusammenhängen und Konsequenzen, Machbarkeit oder ähnlich störende Gedanken sind strengstens verboten. Vergessen Sie die Realität. Was für ein Denkluxus!

Wie jeder, der etwas herstellt, braucht auch der Ideenproduzent entsprechendes Handwerkszeug. Das sind in diesem Fall Kreativitätstechniken, die viele verschiedene Ideen hervorbringen und wildes Denken ermöglichen, z.B. Brainstorming, Brainwriting-Methoden, Reizwort, Kopfstand, alle Formen von Perspektivenwechsel, World Café, das Superherogame oder – meine Erfindung – das IKEA-Spiel und die MacGyver-Methode.

Generell gilt: Alle Kreativitätstechniken sind nur Werkzeuge, die den Prozess unterstützen. Nicht jedes Werkzeug passt für jede Aufgabenstellung und – wie im richtigen Leben – nur Übung macht den Meister. Selbst wenn ich weiß, wie eine Motorsäge funktioniert und zudem eine besitze, heißt das noch lange nicht, dass ich damit auch umgehen kann.
Jetzt haben Sie mehrere 100 bis 1000 Rohideen, Ideenfetzen, Inspirationen. Nach drei bis vier Stunden ist Schritt 1 „Sammeln” abgeschlossen. Sie und Ihr Team haben sich eine Pause verdient.

Danach gehen Sie mit Ihren Mitproduzenten zurück in die Ideenfabrik. Alle Ideen aus Schritt 1 hängen bereits an den Wänden, wurden auf Tischen ausgebreitet oder über Beamer an die Wand geworfen. Überall Flipcharts, Moderationskarten, Zeichnungen, Modelle, Kollagen, Arbeitspapiere, Ergebnisse aus der Trendforschung, Produkte, Bücher, Inspiratives. WOW! Sie sind von sich selbst und Ihrer eigenen Arbeit kurz begeistert.

Jetzt beginnt Schritt 2 „Verdichten” und den sehen wir uns im Teil  7 unserer Reihe „Von der Idee zur Innovation“ genauer an.

Wie sammeln Sie Ideen?

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Spielen ist wild manchmal, da fliegen die Fetzen, Kuscheltiere, Legosteine. Manchmal ist Spielen leise, da werden von den Kindern ganze Restaurants aufgebaut und kreative Gerichte aus Papier gekocht. Spielen inspiriert auch uns Erwachsene, vor allem, wenn es darum geht, etwas Neues zu erdenken, auszuprobieren, auf andere Ideen zu kommen. In der Serie „Von der Idee zur Innovation“ beschäftigen wir uns im fünften Teil mit dem Spielen – einem Schlüsselbestandteil im Innovationsprozess.

Kennen Sie das? Absichtsloses Spielen? Ein Kind, ganz versunken in sein Tun, baut mit Holzklötzen Häuser, Höhlen, ganze Landschaften. Fünf Minuten später wird eine Raketenabschussrampe daraus oder ein Lebensmittelgeschäft, in dem wir einkaufen können. Wenn wir als Erwachsene an etwas arbeiten, ist das immer mit einer Absicht verbunden: Das nächste neue ganz tolle Superprodukt erfinden, die Dienstleistung erdenken, die alle morgen sofort nutzen wollen. Doch spielerisch, absichtsfrei geht’s manchmal leichter: „Durch spielerisches Experimentieren kamen vermutlich ebenso viele Durchblicke zustande wie durch planmäßiges Abarbeiten vorgegebener Programme,“ schreibt Werner Winkler in seinem Buch „Probleme schnell und einfach lösen“ (S. 170).

Der niederländische Kulturanthropologe Johan Huizinga definiert Spiel in seinem Hauptwerk „Homo ludens“ so: „Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins‘ als das ‚gewöhnliche Leben‘.“ (Huizinga: 1938/1991, Seite 37)

Durch Spielen können wir Kontakte knüpfen, uns bewegen, unsere Sinne erproben, uns aneinander messen, Abenteuer erleben, gemeinsam Probleme lösen, uns entspannen, in neue Rollen schlüpfen, lernen, in andere Länder, Zeiten oder virtuelle Welten eintauchen oder etwas bauen. So wie der Physiker Richard Moser, der mit Lego-Steinen ein präzises Messinstrument entwickelte. Wenn wir spielen, probieren wir etwas aus. Wir improvisieren. Finden eine Antwort auf die Frage: “Was wäre, wenn…?” Wenn’s nicht klappt, können wir unsere Strategien einfach so verwerfen. Wenn wir verlieren, fangen wir einfach noch einmal neu an. Es geht ja um nichts, nur um den Spaß.

Das ist der Geist, aus dem die guten Ideen sprudeln. Ich kenne Firmen, die haben Spielecken in ihren Büros eingerichtet. Doch nicht alle Spielumgebungen funktionieren. So berichtet Bruce Nussbaum in seinem Buch “Creative Intelligence”, dass P&G mit einem Innovation Gym, in dem hunderte neuer Idee für Produkte, Umsatz und Erlöse generiert werden sollten, nicht erfolgreich war. Ideen ohne Kontext zu kreieren, brachte nicht die gewünschten Ergebnisse – auch weil nicht die Spiele gespielt wurden, durch die sich die Innovatoren an verändernde Umgebungen anpassen und neue Ziele erreichen konnten. P&G hatte mehr Erfolg mit einem Format namens “Connect + Develop”, einer Strategie, bei der sich die Teams mit Wissenschaftlern außerhalb der Firma vernetzten.

Beim Spielen für die Innovation gibt es ein paar Voraussetzungen: Vertrauen der Spielenden untereinander, eine offene Atmosphäre oder ein geschützter Raum abseits des Büroalltags zum Beispiel. Ich habe viel gespielt mit Kunden, mit deren Kunden und immer wieder gesehen, wie viel Kreativität das Spiel freigesetzt hat. Spielen bietet uns ein enormes Potential, um neue Ideen zu finden und auszuprobieren!

Wann haben Sie zum letzten Mal mit Ihrem Team gespielt?

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Beim Wort „Idee” denken Sie vielleicht an so etwas wie Musenkuss oder Geistesblitz. Im vierten Teil unserer Serie „Von der Idee zur Innovation“ beschäftigen wir uns mit der Frage, was zu tun ist, wenn Sie sich etwas einfallen lassen müssen, wenn Sie nach einer neuen Lösung für ein altes Problem suchen oder erkannt haben, dass der bisherige Weg anscheinend so nicht mehr weiter funktioniert.

Setzen Sie sich ruhig auf einen Stuhl und warten auf die vorbeifliegende Muse oder die Eingebung von oben? Vielleicht öffnen Sie gegen Abend ein Fläschchen Wein, um die Wartezeit zu überbrücken? Wein soll ja für Vieles gut sein, bestimmt auch für Ideen.

Vielleicht fragen Sie ja auch Kollegen, Kunden, Freunde, Bekannte oder Verwandte nach ihrer Meinung oder einem Tipp, wie diese Ihre Fragestellung lösen würden. Vielleicht wenden Sie sich an ein Genie, das Sie zufällig kennen, an einen Fachmann oder eine Expertin, irgendeinen schlauen Kopf, der scheinbar mehr und bessere Ideen hat als Sie?

Die schlechte Nachricht zuerst: Ideen sind nur in den allerallerallerwenigsten Fällen das Ergebnis von Musenküssen und Geistesblitzen. Sie sind keine Geniestreiche, haben selten mit Zufall zu tun und Wein schadet nicht, hilft aber nur bedingt.

Die gute Nachricht: Ideen kann man produzieren wie Güter und Waren, wie Autos, Kaugummis, Dichtungsringe oder Taschentücher. Am Fließband, mit System, Methode und einem strukturierten Prozess, der erlernbar ist. Jede und jeder kann es. Sie auch. Der einzige Trick ist: Sie müssen es einfach nur tun.

Tun klingt nach Arbeit. Ja, leider. Die Ideenproduktion ist zwar nicht schwer, aber anstrengend. Thomas Alva Edison, einer der größten Erfinder unserer Zeit, wusste wovon er sprach: „Genie ist ein Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration.“

Geniale Ideen zu haben ist also wenig mystisch, sondern eher mühsam und schweißtreibend. Wer sich trotzdem auf den Produktionsprozess einlässt, wird erstaunt sein über die Qualität der Ergebnisse und erkennen, dass sich die Schwitzerei am Ende lohnt.

In welchem Rahmen produzieren Sie und Ihr Team Ideen? Haben Sie dafür Rituale, Prozesse, Methoden?

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Damit sich der anstrengende Weg der Innovation wirklich lohnt, sollten Sie sicher gehen, dass die Idee, mit der Sie ambitioniert losstarten, tatsächlich Innovationspotenzial hat. Eine halbscharige, halb durchdachte Idee hat es im Umsetzungsprozess noch schwerer und erhöht Ihr persönliches Frustpotenzial. Im zweiten Teil der Serie „Von der Idee zur Innovation“ lesen Sie, wie Sie die Tauglichkeit der Idee durchleuchten können.

Das Durchleuchten können Sie mit Hilfe der Visualisierungstechnik üben: Stellen Sie sich vor, Sie halten Ihre neue, gute und aussichtsreiche Idee in der Hand und machen sich mit ihr auf den Weg. Sie begegnen dabei verschiedenen Menschen, präsentieren ihre Idee an den unterschiedlichsten Stellen, um Begeisterung zu wecken, Mitstreiter zu finden und die weiteren Schritte zu organisieren:
•    Sie versuchen Ihre Vorgesetzten von Ihrer Idee zu begeistern, dafür Gelder zu bekommen und Zeitkontingente zu sichern, um weiter an Ihrer zukünftigen Innovation arbeiten zu können.
•    Sie möchten Kollegen für Ihre Idee gewinnen, um die Anfangsanstrengung auf mehrere Schultern zu legen und Widerstand im eigenen Team zu vermeiden.
•    Möglicherweise suchen Sie auch Kooperationspartner und Unterstützer außerhalb des eigenen Unternehmens, Meinungsmacher und Promotoren.

Sie stoßen auf Bedenken, Widerstände und die weit verbreitete Angst vor Veränderung. Eine wahrhaft schlechte Voraussetzung für alle Innovatoren und eine einfach Erklärung dafür, warum es das Neue oftmals so schwer hat.

Ihr Weg wird also nicht linear verlaufen. Sie drehen Schleifen, müssen vielleicht zurück auf Anfang, sind gezwungen Ihre Idee zu überdenken, zu verfeinern oder die Art der Präsentation zu optimieren. Sie entwickeln unterschiedlichste Argumentationsketten und interne Verkaufsstrategien. Sie suchen nach neuen Wegen, um Dinge möglich zu machen, teilen Ihre Idee mit Menschen, die Sie vorher noch gar nicht kannten. Sie kämpfen an zwei Fronten: der technisch, strukturierten Seite mit nachvollziehbaren Prozessen und Abläufen und der menschlichen Seite, die viel mit persönlichem Engagement, Kommunikation und Netzwerken zu tun hat.

Wenn Sie von Ihrer neuen Idee nicht wirklich überzeugt sind, sollten Sie den anstrengenden Prozess erst gar nicht lostreten. Sind Sie überzeugt, dann nichts wie ran!

An welchen Fronten kämpfen Sie? Wie bringen Sie Ihre Idee voran?

Von der Idee zur Innovation, Teil 1: Wie Sie Ihre Kräfte einteilen

Von der Idee zur Innovation, Teil 1: Wie Sie Ihre Kräfte einteilen

Am Anfang war die Idee. Zur Innovation wird sie erst, wenn sie erfolgreich im Markt realisiert wurde. Das heißt, dass aus der Idee ein Produkt oder eine Dienstleistung gezaubert wurde, für die Menschen wie Sie und ich Geld bezahlen. Im ersten Teil unserer Serie „Von der Idee zur Innovation“ erfahren Sie, wie Sie mit einem realistischen Mindset auf den Innovationsprozess zugehen.

Die Idee wird nicht immer zu einem Produkt. Manchmal kann sie auch Prozesse neu entwickeln oder optimieren, Abläufe und Verfahren effizienter und damit lukrativer machen, also Geld einsparen. Manche Ideen revolutionieren Märkte oder verändern sogar die Welt. Vorausgesetzt sie bleiben keine Idee, sondern werden mutig und erfolgreich als Innovation umgesetzt.

Wenn Sie für Ihre Firma, Ihren Bereich, Ihr Team, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung nach solchen bahnbrechenden Neuerungen streben, sollten Sie sich zu Beginn bewusst machen, welche Herausforderungen mit dem wohlklingenden Wort „Innovation“ verbunden sind, denn der Weg von der Idee zur Innovation ist lang und steinig. Nehmen wir einmal an, diese Wegstrecke sind 100% der Anstrengung, so fallen auf den ersten Teil der Ideenfindung ca. 10 bis 20% und auf den darauf folgenden Part der Ideenumsetzung 80 bis 90% des Krafteinsatzes. Überrascht?

Diese Zahlen sind geschätzte Erfahrungswerte aus meiner Arbeit mit Unternehmen unterschiedlichster Branchen und den Recherchen zu meinen Büchern. Auch wenn die Werte in einzelnen Fällen variieren, so zeigt sich doch ganz deutlich, dass der größte Teil der Anstrengung in der Umsetzung liegt.

In meinem letzten Buchtipp „Das Neue und seine Feinde“ war zu lesen, mit welchen Hindernissen Innovatoren zu kämpfen haben. Ganz viel Kraft geht für das Umschiffen von Bedenkenträgerklippen, Deshammanochniegmacht-Meutereien und Desbrauchtdochkeinmensch-Intrigen drauf. Sie brauchen Geld. Sie brauchen F&E-Ressourcen. Und Sie brauchen die richtigen Spinner. Seien Sie vorbereitet.

Haben Sie den Kraftaufwand für Ihre letzten Innovationsprozesse gemessen? Passt die 90/10-Aufteilung auch für Sie?

Was Young Professionals über Innovation wissen müssen

Was Young Professionals über Innovation wissen müssen

Das mit der Innovation ist so eine Sache: Eine Idee zu haben, ist nicht genug. Ein Produkt oder seine Herstellung zu optimieren auch nicht. Echte Innovationen sehen anders aus. In meinem Interview im Magazin Berufsziel, das der Süddeutschen Zeitung beilag, habe ich mit dem Redakteur André Boße darüber gesprochen, wie Young Professionals ihre Innovationsspürnasen entwickeln können.

Die Zeiten des Ingenieurs, der im stillen Kämmerlein wunderbare neue Produkte erfand, sind vorbei. Innovation ist heute etwas, das das ganze Unternehmen antreibt. Und damit das tolle neue Produkt oder der neue Superservice nicht am Kunden vorbeientwickelt wird, ist eines elementar: Das Ohr und die Spürnase ganz nah am Kunden zu haben: Fragen, forschen, Trends aufspüren, Bedürfnisse erschnuppern. Denn nur der Kunde entscheidet über den Erfolg der Innovation.

Als Unternehmensberaterin habe ich viele Innovationsprozesse begleitet. Gerade mit jungen Innovatoren habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese viel stärker unterschiedliche Disziplinen in ihre Denkprozesse einbeziehen und sich vernetzten. Eine gute Voraussetzung, zusammen mit Offenheit, Mut  und der Bereitschaft, komplett neue Wege zu beschreiten. Denn: Spinnen bleibt Pflicht! Aber lesen Sie selbst das Interview im Magazin Berufsziel. Tolles Heft, tolles Konzept und tolles Feedback, das ich bis jetzt schon darauf bekommen habe!

Und Sie? Was denken Sie über die Kompetenzen der Innovatoren von morgen?