Wie man die Chancen der digitalen Transformation nutzt


Ein neues Büro in Berlin und ein neues Veranstaltungsformat: Die Amazon Academy brachte am 11. Juni 2015 Marketplace-Händler, Selfpublisher, Softwareentwickler, Wissenschaftler, Optimisten, Innovatoren und Experten zusammen, um Ideen und provokante Gedanken zu diskutieren. In den Vorträgen gab es eine Vielzahl von Impulsen dazu, wie wir Altes neu denken können und wie sich Hürden für Innovationen beseitigen lassen. Und ich mittendrin!

Das neue Amazon Büro, in dem 450 neue Arbeitsplätze entstehen werden, wurde durch Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer, Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber sowie Amazon-Chef-Entwickler Deutschland Ralf Herbrich eröffnet. Die Veranstaltung war weit mehr als eine Einweihungsfeier und wurde im neuen Format der Amazon Academy gestaltet, die eine Plattform für Kunden wie Start-ups und E-Book-Autoren für den Ideenaustausch und die Entwicklung innovativer Konzepte und neuer Geschäftsmodelle bot.

Die Keynote mit dem Thema „Spinnen ist Pflicht: Die Kunst der Innovation“ – das war mein Part. Auch wenn es um die digitale Zukunft ging, so habe ich über ein sehr analoges und gelungenes Beispiel für Innovationsprozesse aus dem Jahr 1492 gesprochen: Die Expedition von Christoph Kolumbus. Sie funktionierte nach dem Motto „Learning by Lossegeln!“, ein Vorbild für das Innovationsverhalten aller heutigen Unternehmen: Weg von der Angst vor Veränderung, weg von Sicherheits- und Kontrolldenken. Hin zu Expeditionen mit neugierigen, mutigen Kapitänen, die Neuland finden wollen!

Anschließend moderierte ich die Podiumsdiskussion unter dem Motto „Zukunft der Möglichkeiten“. Auf dem Podium: Blogger Richard Gutjahr, Geschäftsführer des IfH Köln, Kai Hudetz, die Forschungsleiterin des Gottlieb Duttweiler Instituts Karin Frick sowie Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber.

Einen Eindruck von der Veranstaltung zeigt das Video oben. Meine persönlichen Highlights:
Selfpublishing ist toll!
• Die Digitalisierung zieht einen grundlegenden Wandel in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen nach sich.
• Die Wertschöpfungsketten werden sich radikal durch die Digitalisierung verändern.
• Der Gründergeist regiert in Deutschlands Hauptstadt: In Berlin wird alle 20 Stunden ein neues Start-up gegründet!

Was bedeutet das für Ihr Business?

Von der Idee zur Innovation – Teil 8: Wie man Ideen verdichtet

Von der Idee zur Innovation – Teil 8: Wie man Ideen verdichtet

Idee 1: Hm, gut? Idee 2: Hm, gut? Idee 287: Seufz, gut? Im sechsten und siebten Beitrag unserer Serie „Von der Idee zur Innovation“ haben wir gesehen, wie man Ideen sammelt. Das Sammeln ist eine wunderbar produktive Tätigkeit, an deren Ende oft zwischen 100 und 1000 Rohideen entstanden sind. Aus der Menge der Rohideen werden im diesem Schritt konkrete Top-Ideen formuliert. Das wollen wir uns einmal näher ansehen:

Tausend Ideen, das klingt nach einer Menge Stoff. In der Küche kocht man eine gute Soße auch aus vielen Zutaten, die dann ganz lange eingekocht und reduziert werden. Es entsteht die Reduktion, eine Essenz der Aromen, die mal durch Pürieren, mal durch Passieren und Sieben die feinste Konsistenz erhält. Auch mit unseren Rohideen verfahren wir auf diese Weise: In verschiedenen Schritten werden sie gefiltert, verworfen, kombiniert, adaptiert, gewürzt, verändert, ergänzt, hinterfragt, diskutiert und verfeinert.

Was man dazu braucht: Kreativitätstechniken wie die Disney-Methode, deBonos Hüte, Extremfragen und diverse Bewertungsmethoden. Viele davon habe ich in meinem Buch „Spinnen ist Pflicht“ beschrieben. Dazu kommen moderierte Diskussionen, die von jemandem angeleitet werden, der sich mit der systematischen Ideenproduktion gut auskennt.

Am Ende halten Sie ein bis fünf Top-Ideen in Händen, die bis zum Projektstatus ausgearbeitet sind. Die Realität kommt wieder ins Spiel, rege Diskussion ist erwünscht. Bearbeitet werden wichtige Parameter wie z.B. die Beschreibung der Idee, die Zielgruppe der Idee, der konkrete Nutzen für die Zielgruppe, Umsetzungsschritte, Meilensteine, Ressourcen, wie Zeit, Geld, Wissen, Personen etc., mögliche Widerstände, verantwortliche Treiber, Kommunikationsmedien, konkrete erste To Do’s etc.

Mein Tipp für diesen Schritt: Arbeiten sie hier mit einem neuen Team. Jetzt sollten auch diejenigen ins Spiel kommen, die für die weitere Umsetzung verantwortlich sind: Diejenigen, die OK sagen müssen, die ihre Budgets und andere Ressourcen zur Verfügung stellen, die Geld geben oder das Ganze vermarkten und verkaufen sollen.

Muss das sein? Kritische Geister unter Ihnen fragen sich jetzt möglicherweise: Wozu der ganze Aufwand? Zuerst mühe ich mich ab, Unmengen von Rohideen zu produzieren, um diese beängstigende Masse anschließend wieder klein zu machen? Genau. Das ist der entscheidende Trick bei der Ideenproduktion.

Wenn Sie am Ende des Prozesses etwas wirklich Neues möchten, eine Killerapplikation oder die Innovation, die den Markt aufmischt, wenn dort eine bis zehn Ideen mit Zukunftspotenzial auf dem Tisch liegen sollen, dann brauchen Sie dafür viel und unterschiedlichstes Ausgangsmaterial. Die Chance, dass bei einer Menge von 1000 Rohideen die ein oder andere Innovation oder zumindest eine neue Lösung dabei sein könnte, ist wesentlich größer als bei einer Ausgangsmenge von 10 Rohideen. Die meisten firmeninternen Brainstormings oder Ideensessions sind zu kurz, zu eng und zu klein gedacht. Die mühsam errungenen zehn kleinen Ideechen verenden schon kurz nach ihrer Geburt, noch bevor sie diesen Schritt erreicht haben.

Sie haben es fast geschafft. Sie sind jetzt kurz vor dem Ende der Ideenproduktionsstraße angelangt. Fast fertig. Bitte noch nicht zurücklehnen und zufrieden sein, denn es fehlt noch ein Schritt, und den sehen wir uns im neunten Teil dieser Serie genauer an.

Wie reduzieren Sie große Mengen an Ideen?

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Von der Idee zur Innovation- Teil 6: Wie man Ideen sammelt

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Ideenproduktion

Die systematische Ideenproduktion ist ein wunderbarer, herrlich anarchischer Prozess, ich genieße ihn immer wieder, wenn ich ihn zusammen mit meinen Beratungskunden durchlaufe. Mein Ideenproduktions-Prozess ist einfach und besteht aus drei Schritten: Sammeln – Verdichten – Präsentieren. Alle drei Schritte sind gleich wichtig und müssen nacheinander durchlaufen werden. Nicht mischen, nichts weglassen. Wie bei der Autoproduktion. Zuerst wird die Karosserie zusammengebaut, dann wird lackiert und dann werden alle anderen Teile montiert. Mischen impossible.

Damit Sie sich in Ihre Rolle als IdeenproduzentIn besser hineinversetzen können, ziehen Sie sich jetzt einfach Ihren Blaumann oder die Arbeitsschürze an. Sie betreten jetzt die Ideen-Fabrikhalle 1 und erhalten die Fragestellung, zu der Sie heute Ideen produzieren sollen. Zum Beispiel: „Was müssen wir tun, um mit unseren Kunden besser zu kommunizieren?” oder „Wie sieht das Bankgeschäft 2020 aus?” oder „Wie können wir den Arbeitsprozess XY optimieren?” oder „Wie können wir unsere Verwaltung entschlacken und Geld einsparen?” oder „Wo und wie findet die nächste Weihnachtsfeier statt?”. Sie verbringen die ersten Stunden des Tages in der Abteilung „Sammeln”. Sie arbeiten im Team, alle notwendigen Werkzeuge liegen bereit.

Das Ziel des ersten Schrittes “Sammeln” ist es, so viele Ideen wie möglich zusammenzutragen. Alles, was Sie bekommen können. Je unterschiedlicher, umso besser, Masse statt Klasse.

Motto: Spinnen ist Pflicht!

Ganz wichtig dabei ist: Schalten Sie den Zensor, Bedenkenträger, Aufdembodenbleiber, Realitätsabgleicher aus. Kritik und Wertung, Hinterfragen von Sinnhaftigkeit, möglichen Zusammenhängen und Konsequenzen, Machbarkeit oder ähnlich störende Gedanken sind strengstens verboten. Vergessen Sie die Realität. Was für ein Denkluxus!

Wie jeder, der etwas herstellt, braucht auch der Ideenproduzent entsprechendes Handwerkszeug. Das sind in diesem Fall Kreativitätstechniken, die viele verschiedene Ideen hervorbringen und wildes Denken ermöglichen, z.B. Brainstorming, Brainwriting-Methoden, Reizwort, Kopfstand, alle Formen von Perspektivenwechsel, World Café, das Superherogame oder – meine Erfindung – das IKEA-Spiel und die MacGyver-Methode.

Generell gilt: Alle Kreativitätstechniken sind nur Werkzeuge, die den Prozess unterstützen. Nicht jedes Werkzeug passt für jede Aufgabenstellung und – wie im richtigen Leben – nur Übung macht den Meister. Selbst wenn ich weiß, wie eine Motorsäge funktioniert und zudem eine besitze, heißt das noch lange nicht, dass ich damit auch umgehen kann.
Jetzt haben Sie mehrere 100 bis 1000 Rohideen, Ideenfetzen, Inspirationen. Nach drei bis vier Stunden ist Schritt 1 „Sammeln” abgeschlossen. Sie und Ihr Team haben sich eine Pause verdient.

Danach gehen Sie mit Ihren Mitproduzenten zurück in die Ideenfabrik. Alle Ideen aus Schritt 1 hängen bereits an den Wänden, wurden auf Tischen ausgebreitet oder über Beamer an die Wand geworfen. Überall Flipcharts, Moderationskarten, Zeichnungen, Modelle, Kollagen, Arbeitspapiere, Ergebnisse aus der Trendforschung, Produkte, Bücher, Inspiratives. WOW! Sie sind von sich selbst und Ihrer eigenen Arbeit kurz begeistert.

Jetzt beginnt Schritt 2 „Verdichten” und den sehen wir uns im Teil  7 unserer Reihe „Von der Idee zur Innovation“ genauer an.

Wie sammeln Sie Ideen?

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Verpackungsideen – locker aus dem Ärmel geschüttelt

Verpackungsideen – locker aus dem Ärmel geschüttelt

Wenn Christo den Reichstag verpackt ist das eine Sache. Wenn man ein Produkt verpackt, eine andere. Auf die Verpackung kommt es an – um als Produkt dem Kunden zu gefallen, um sich schön zu präsentieren, um sicher transportiert zu werden. Um dafür leichter neue, ungewöhnliche Ideen entwickeln zu können, werde ich zusammen mit dem Verpackungs- oder Displaybedarfsspezialisten DS Smith im Juli in Fulda ein ungewöhnliches Seminar anbieten.

Eine innovative Verpackung schützt nicht nur den Inhalt sondern präsentiert ein Produkt auch attraktiv am POS, ob aus Papier oder Plastik oder Waffelteig. Bei DS Smith denkt eine Reihe von kreativen Köpfen den ganzen Tag über die besten Verpackungen über den gesamten Lieferzyklus von Produkten hinweg nach. Damit allen, die etwas verpacken wollen, künftig die Ideenproduktion leicht von der Hand geht, zeigen wir im Workshop „Systematische Ideenproduktion“ der PackRight Academy von DS Smith, dass man Ideen produzieren kann wie Autos, Kaugummis oder Schokolade.

Mit Hilfe verschiedener Kreativitätsmethoden entwickeln wir neue Ideen für individuelle Fragen aus dem Arbeitsalltag. Wir zeigen, wie man Mitarbeiter und Kunden am kreativen Prozess beteiligen kann. Und wir dürfen nicht nur kreuz und quer denken, sondern auch „gnadenlos spinnen“, denn das Motto meines Workshops lautet: „Spinnen ist Pflicht“. Langweilige Verpackungen können ab da einpacken.

Ich freue mich immer wieder, wenn ich ein durchdacht verpacktes Produkt sehe. Gute Exemplare heb ich mir manchmal auf. Bis auf Waffeleistüten, die esse ich immer gleich auf.

Welches innovativ verpackte Produkt hat Sie zuletzt fasziniert?

Was Young Professionals über Innovation wissen müssen

Was Young Professionals über Innovation wissen müssen

Das mit der Innovation ist so eine Sache: Eine Idee zu haben, ist nicht genug. Ein Produkt oder seine Herstellung zu optimieren auch nicht. Echte Innovationen sehen anders aus. In meinem Interview im Magazin Berufsziel, das der Süddeutschen Zeitung beilag, habe ich mit dem Redakteur André Boße darüber gesprochen, wie Young Professionals ihre Innovationsspürnasen entwickeln können.

Die Zeiten des Ingenieurs, der im stillen Kämmerlein wunderbare neue Produkte erfand, sind vorbei. Innovation ist heute etwas, das das ganze Unternehmen antreibt. Und damit das tolle neue Produkt oder der neue Superservice nicht am Kunden vorbeientwickelt wird, ist eines elementar: Das Ohr und die Spürnase ganz nah am Kunden zu haben: Fragen, forschen, Trends aufspüren, Bedürfnisse erschnuppern. Denn nur der Kunde entscheidet über den Erfolg der Innovation.

Als Unternehmensberaterin habe ich viele Innovationsprozesse begleitet. Gerade mit jungen Innovatoren habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese viel stärker unterschiedliche Disziplinen in ihre Denkprozesse einbeziehen und sich vernetzten. Eine gute Voraussetzung, zusammen mit Offenheit, Mut  und der Bereitschaft, komplett neue Wege zu beschreiten. Denn: Spinnen bleibt Pflicht! Aber lesen Sie selbst das Interview im Magazin Berufsziel. Tolles Heft, tolles Konzept und tolles Feedback, das ich bis jetzt schon darauf bekommen habe!

Und Sie? Was denken Sie über die Kompetenzen der Innovatoren von morgen?