Ideenmanagement sollte wieder „Betriebliches Vorschlagswesen“ heißen

Ideenmanagement

Ideen von Mitarbeitern einzusammeln und zu nutzen wird in vielen Unternehmen bereits seit vielen Jahrzehnten praktiziert. Über Ideenmanagement, betriebliches Vorschlagswesen und was Innovation damit zu tun hat.

Ideen für Verbesserungen, einfachere Lösungen oder Einsparpotentiale einzusammeln – das nennt man „Ideenmanagement“, früher bekannt unter dem sperrigen Begriff „Betriebliches Vorschlagswesen“. Hier können Mitarbeiter Ideen einreichen und bekommen dafür sogar Prämien oder Geld.

Das Ideenmanagement wird leider oft mit dem Innovationsmanagement verwechselt und führt so zu unnötigen Diskussionen und Profilierungsgerangel. Ideenmanagement klingt irgendwie so als würden dort innovative Ideen entstehen, mit denen man als Unternehmen Geld verdienen kann.

Ich hab da eine Idee!
Ziel des Ideenmanagements ist es aber nicht, Innnovationen hervorzubringen, sondern die bestehenden Prozesse, Produkte und Rahmenbedingungen kontinuierlich zu verbessern, die Effizienz zu steigern und Kosten zu sparen. Gesucht werden Vorschläge, um den gesamten betrieblichen Zustand zu optimieren. Kunden spielen hier kaum eine Rolle. Der alte Begriff „Betriebliches Vorschlagswesen“ hat das Kind also genau beim Namen genannt und nicht zu viel versprochen.

Im Gegensatz dazu hat das Innovationsmanagement die Aufgabe wirklich Neues hervorzubringen. Das bedeutet, es werden auf der Basis von erkannten zukünftigen Marktanforderungen und Kundenproblemen Lösungen, Angebote, Services oder Produkte entwickelt. Und dann werden sie im Markt zu platziert. Innovationen sind wirkungsvolle Hebel, um sich neue Umsatzquellen zu erschließen und Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Mein Tipp:
Lassen Sie das Ideenmanagement das sein, was es ist: ein betriebliches Vorschlagswesen, das Geld spart, die die Effizienz steigert und den betrieblichen Zustand optimiert.

Und schaffen Sie andere praxistaugliche Kanäle für die Ideen mit Innovationspotenzial und gedankliche Ansätze, die außerhalb des bestehenden Geschäftsmodells liegen. Dort kann man sie dann kommunizieren, sichtbar machen und Verbündete für die Umsetzung finden!

Meine Lesetipps:
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Warum Unternehmen zwei Betriebssysteme brauchen

Wie steht es um Ihr betriebliches Voschlagswesen?

Intrapreneurship-Programme: Voll im Trend oder alter Wein in neuen Schläuchen?

Intrapreneur Talente

Intrapreneurship-Programme stehen bei vielen Unternehmen gerade ganz oben auf der Agenda. Klingt in jedem Fall gut und vielversprechend. Was hat es damit auf sich?

Klären wir zunächst die Begrifflichkeiten: Ein Intrapreneur ist ein angestellter Mitarbeiter, der denkt und handelt wie ein Unternehmer, also ein Entrepreneur. Denn unternehmerische Macherqualitäten sind besonders gefragt, wenn es um die erfolgreiche Umsetzung von Ideen in Innovationen geht. Wenn aus einer kreativen Spinnerei marktorientierter Ernst wird.

In Intrapreneurship-Programmen versuchen Unternehmen genau solche Unternehmer-Talente in den Reihen der eigenen Mitarbeiter zu identifizieren, zu fördern, zu verknüpfen und entsprechend innovationsfördernde Rahmenbedingungen für sie zu schaffen.

Gründen mit Netz und doppeltem Boden

Eine gute Idee, zumal der Intrapreneur – im Gegensatz zum Entrepreneur im freien Markt – kaum oder gar kein unternehmerisches Risiko trägt und im Falle eines Scheiterns weich ins Netz des Unternehmens zurückfällt. „Betreutes Gründen“ quasi.

Eine super Chance für all diejenigen Mitarbeiter, die sich unterfordert fühlen, deren Ideen in der Trägheit des Systems stecken bleiben oder am Vorgesetzten abprallen. Bewerben Sie sich, wenn Sie etwas bewegen und Ihr Unternehmen nach vorn bringen wollen! Einen Versuch ist es in jedem Fall wert.

Interessant dabei ist, dass die meisten Programme davon ausgehen, dass ca. 5 bis 15% der Mitarbeiter über unternehmerisches Potenzial verfügen. Der größere Teil der Belegschaft hat vielleicht genau deswegen einen Angestellten-Status gewählt, weil sie eben keine unternehmerischen Ambitionen haben.

Einfach nur den Weg freimachen?

Ich selbst bin kein Freund von groß angelegten Programmen. Denn nicht selten mutieren sie zu Verwaltungsorgien mit komplexen Bewerbungsverfahren, neuen Prozessen und aufwändigem Projektmanagement.

Früher hießen Intrepreneure „gnadenlose Umsetzer“ oder „Machertypen“. Und die gibt es meiner Erfahrung nach in jedem Unternehmen. Die würden auch gerne machen und umsetzen, wenn man sie ließe.

Vielleicht wollen diese talentierten Menschen auch gar keine Intra- oder Entrepreneure sein? Vielleicht wollen sie einfach nur Vorgesetzte haben, die Ihnen den Weg frei räumen, nicht im selben stehen und Mut und Vertrauen haben, um sie einfach machen zu lassen.

 

Können Ihre Mitarbeiter unternehmerisches Talent in Ihrem Unternehmen einbringen? Oder wollen die einfach ihren Job machen und fühlen sich von solchen Förderprogrammen überfordert?

Angestellt? UnternehmerIn? Oder beides?

Intrapreneure entdecken

Ich finde es immer wieder interessant, wenn Mitarbeiter, die sich in von mir begleiteten Innovationsprojekten engagieren, erzählen, was sie so alles tun, um ihre Kreativität auszuleben. Über Talente, Potential und ein Buchtipp.

In ihrer Freizeit sind einige Mitarbeiter handwerklich tätig, bauen Möbel, restaurieren Motorräder, bauen Ökohäuser oder verkaufen Handgeschnitztes aus Olivenholz im eigenen Internetshop.

Andere engagieren sich sozial, helfen in Ihren Gemeinden oder leiten den Kirchenchor. Wiederum andere schreiben Blogs, betreiben Online Tauschplattformen und haben bereits eigene Unternehmen gegründet, die sie parallel zu ihrer Festanstellung betreiben und leuchtende Augen haben, wenn sie darüber berichten.

Und da frage ich mich dann immer:

Wie konnte es so weit kommen, dass diese engagierten, kreativen Menschen nicht die Möglichkeit hatten, ihre Talente im eigenen Unternehmen zu zeigen und einzubringen?

Wie gut, dass bereits einige Unternehmen Intrapreneur-Konzepte in der Tasche haben: Sie wollen für die Innovation die unternehmerischen Talente in den eigenen Reihen entdecken und fördern.

Liebe Talente, nutzt diesen guten Moment und zeigt euch, damit Ihr schneller entdeckt werden könnt!

Mein Buchtipp dazu:

Wer Schützenhilfe braucht, dem empfehle ich das Buch „Das 4-Stunden Startup – wie Sie Ihre Träume verwirklichen ohne zu kündigen“. Der Autor Felix Plötz hat selbst als Unternehmer in Festanstellung Erfahrungen gesammelt und gibt gute Tipps, wie man aus seiner Leidenschaft eine Geschäftsidee macht.

 

Wie fördern und entdecken Sie die Talente in Ihrem Unternehmen?

 

Weniger Kopf machen – einfach tun!

Vielen Dank Anke Meyer-Grashorn

„Du hast doch auch einen Blog!“ sagte vor wenigen Stunden Susanne Krieger zu mir und hat damit lässig ein sehr sensibles Thema angesprochen. Ja, hab ich. Schon irgendwie. Da habe ich aber seit einer ziemlich langen Zeit nichts mehr reingeschrieben. „Schreibblockade“ höre ich mich faseln.

Ich hab je eh schon so gut wie alles über Innovation geschrieben, was es dazu zu schreiben gibt. Langweilt mich fast schon. Fasel, fasel. Und das Layout müßte erst noch überarbeitet werden. Dauert ja alles… fasel, fasel…

Ja und überhaupt, ob ich den Blog noch weitermachen soll? Da schreiben doch eh schon so viele Blogs und wen interessiert das schon…

„Doch! Mich! Ich würde gerne mal wieder was von dir lesen!“ sagt Susanne und wischt lässig mein Gejammere aus der Luft.

Liebe Susanne Krieger und Andrea Moseler und Daniela Heggmaier (die daneben standen und auch gerne lesen, was ich schreibe): Vielen Dank für den liebevollen Tritt und eure motivierenden Worte! Das habe ich gebraucht.

Was mache ich mir eigentlich für einen Kopf? Zu meinen Kunden sage ich immer, sie sollen aufhören über Innovation zu reden, sondern einfach mal was Neues machen.

Dann mach ich das doch einfach!

Warum Unternehmen zwei Betriebssysteme brauchen

Warum Unternehmen zwei Betriebssysteme brauchen

Alt und neu. Passt das zusammen? Ja! Wenn man beides würdigt und klug nutzt, nebeneinander pflegt und schätzt. Wenn man das Beste beider Welten erschließt und verknüpft. Dann sind Innovationen möglich. Dann muss das Neue nicht das Alte verdrängen, sondern darf es ergänzen und weiterspinnen in den Zukunftserfolg. Die Kraft der zwei Betriebssysteme zu erschließen – das ist mein Innovationserfolgsrezept Nummer eins!

Die Angst vor dem Neuen – Sie kennen sie bestimmt: „Das haben wir noch nie gemacht und das werden wir auch nicht machen!“, „So ein neumodischer Schmarrn!“, „Das bringt doch nichts!“ – das hört man dann. Das Neue ruft die Bedenkenträger hervor, weckt die Angst vor dem Verlust des Jobs, von Kompetenzen und Macht. Das Neue weckt die Angst vor dem Ungewissen, dem Unbekannten, der Zukunft. Das muss aber nicht sein, denn das Alte hat seine Berechtigung.

Das Alte bewahrt Erfahrung, Know-how und Kontakte. Das Alte ist stabil und bewährt. Es funktioniert, bietet Sicherheit und Geborgenheit. Das Alte bietet die Basis, ohne die es das Neue gar nicht geben könnte. Deshalb brauchen Unternehmen, die in die Zukunft denken, das Alte und das Neue. Sie brauchen zwei Betriebssysteme nebeneinander, die einander bedingen, befruchten und bereichern.

Die Kraft der zwei Betriebssysteme
Entwickelt hat das Konzept der Amerikaner John P. Kotter. Er ist Professor für Führungsmanagement an der Harvard Business School und er hat gezeigt, wie Unternehmen ihre bisherige Welt mit einer neuen Innovations-fähigen Welt kombinieren können: „Die Kraft der zwei Systeme“ nennt er dieses Design für Changeprozesse. In meinen Management-Beratungsprojekten habe ich gesehen, dass diese zweigleisige Herangehensweise die einzige ist, die Innovation ermöglicht. Sehen wir uns diese Betriebssysteme einmal genauer an:

Betriebssystem 1: Hier sind traditionelle Hierarchien und Managementprozesse für die tägliche Steuerung und Effizienzsteigerung eines Unternehmens angesiedelt. Dieses Betriebssystem lebt mit der Herausforderung, dass es mit immer neuen Situationen Schritt halten und kreativ langfristig erfolgreiche Lösungen zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen erschaffen soll. Alle Macht bei Change-Prozessen liegt in den Händen des Managements.

Betriebssystem 2: Es ergreift parallel zum ersten Betriebssystem kreative Initiativen, stellt in Frage, erkennt Gefahren und Chancen im Markt und kann Veränderungen schnell umsetzen. Die Aufgaben: Suchen, Handeln, Lernen und Verändern.

Es ist gleichrangig mit der Hierarchie und setzt sich aus Freiwilligen aus allen Abteilungen zusammen. Sie sind motiviert, weil sie Teil einer wichtigen Mission sind. Es arbeitet mit agilen, netzwerkartigen Strukturen und anderen Prozessen. Es ist ein legitimer Teil der Organisation, wird vom Management unterstützt und gutgeheißen, auch wenn die Entscheidungen und Initiativen vom Netzwerk selbst ausgehen.

Vertreter des Managements sind Teil des zweiten Betriebssystems. Bei Change-Prozessen sind die Individuen mit all ihrem Enthusiasmus, ihrer Energie und ihrer Entschlossenheit beteiligt. Die Folgen: Herz, Hirn und Hand sind dabei, die Motivation der Belegschaft steigt, Innovationskraft und Implementierungsleistung im Unternehmen wachsen kontinuierlich.

Beide Systeme sind wichtig und können gelebt werden. Und weil es beide Systeme gibt, ist das Neue auch nicht notwendigerweise eine Bedrohung für das Alte und wird schneller akzeptiert.

Die Energie AG Oberösterreich ist ein Beispiel für ein Unternehmen, das sich die Kraft der zwei Betriebssysteme für seine Zukunftssicherung erschließt. Als zweites Betriebssystem fungiert die „SoKo Innovation“. Sie schafft den Platz für Herumspinnen, Ausprobieren und Zukunftfinden. Sie stellt Dialoge her, zwischen Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Konzernbereichen, Fachgebieten und Hierarchieebenen. Und sie baut den Dialog auf mit den Kunden und Experten diverser Disziplinen.

Synergien werden genutzt und gelebt. Der Mut für die richtigen Schritte in die Zukunft wächst. Die Menschen sind mit großer Begeisterung dabei. Das ist der Innovationsgeist, wie ich ihn liebe!

Nutzen Sie die Kraft der zwei Betriebssysteme?

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Anke Meyer-GrashornOhne Innovation keine Zukunft. Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmen, die beständig am Ball bleiben, um das Neue zu entdecken und Kundenwünsche zu antizipieren, erfolgreicher sind. Die österreichische Energie AG mit Sitz in Linz hat mich deshalb auf eine Expedition geschickt, um mit einer „SoKo Innovation“ neue Marktchancen zu erkunden.

Wenn sich ein Unternehmen einen Konzernumbau auf die Fahne schreibt, kommt einiges ins Rollen. Die Energie AG Oberösterreich geht neue Wege, denn der Energiemarkt in Europa befindet sich mitten im radikalsten Umbruch seit seinem Bestehen. Der Konzern bekam eine neue Struktur, um Synergien zu nutzen und schlagkräftig als Strom-, Gas- und Dienstleistungsanbieter agieren zu können.

Eine neue Struktur und veränderte Marktbedingungen brauchen eine neue Unternehmenskultur, eine, die das Neue einlädt und das Alte geschickt nutzt. Eine Kultur, bei der eine intensive Marktbearbeitung und eine konsequente Kundenorientierung im Mittelpunkt stehen. Eine Kultur, die die Entwicklung innovativer Produkt- und Dienstleistungen leicht macht.

Um diese Kultur zum Leben zu erwecken, hat die Energie AG Oberösterreich im Juni 2015 eine Sonderkommission, eine „SoKo Innovation“ unter meiner Leitung gegründet. Dabei führe ich Mitarbeiter aus dem ganzen Konzern sowie externe Spezialisten und Kunden zusammen, um Marktbedürfnisse, Herausforderungen sowie Chancen von morgen zu finden und Lösungen zu entwickeln.

Eine tolle Aufgabe, über die ich mich jeden Tag freue! Im Mai 2015 war ich in Österreich und wurde von der Kronen Zeitung interviewt und habe mit der Redakteurin über den Mut zur Unruhe und zum Lossegeln gesprochen. Den Artikel können Sie im Bild oben lesen.

Haben Sie Ihre „SoKo Innovation“ schon gegründet?

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New Work – neue Arbeitswelten und Best Practice – so lautete das Motto unseres Themenblocks Nummer vier beim Open Innovation Sommerzirkel 2014. Wir lernten einiges über das Spannungsfeld zwischen der Realität des Arbeitslebens und dem linearen Wunschdenken des Facility Managements und traditioneller Architekten, denen neue Anforderungen an Räume und Möbel noch nicht vertraut sind.

Einer der Referenten hatte eine ganz besondere Auswahl an informellen Sitzgelegenheiten im Gepäck: Robert Mokosch-Wabnitz, Leiter Consulting & Planung Deutschland Süd der Bene GmbH. Er kennt sich aus mit der Gestaltung von Räumen der Arbeit – jetzt und in Zukunft: mit Solution Workern, den lösungsorientierten Wissensarbeitern und mit Kult-Büros.

„Die Arbeit von morgen funktioniert anders!“ erklärte Robert Mokosch-Wabnitz und er listete einige der Trends auf, die unser Arbeitsleben bestimmen werden:
• Ein Zustand von Permanent-Beta, in dem Projekte kein Ende haben und von neuen Projekten überlagertwerden.
• Die junge Generation wird ihr „Hacking-Gen“ voll ausspielen und will gerne selbst etwas verändern.
• Unternehmen werden die Aufgaben von Schulen übernehmen, weil Kollaboration und Teamarbeit bei Schulabgängern völlig unterentwickelt sind.

An der Beziehung zwischen Mensch und Büro arbeiten
In der Wissensgesellschaft ist das Büro ein Marktplatz für Wissen, in dem Beziehungen aufgebaut und Wissen übertragen werden können. Ziel ist ein Zustand des Flow, in dem die Mitarbeiter konzentriert, motiviert, aktiv, stark, kreativ auf höchstem Konzentrations- und Leistungsniveau erfüllt und glücklich arbeiten können.

Begünstigt wird dieser Zustand durch eine Reihe von Faktoren, wie die Atmosphäre, die Struktur des Raums, die den Informationsfluss kanalisiert sowie unterschiedliche Angebote von Arbeits- und Aufenthaltsorten. Dazu kommen die Barrierefreiheit für Handlungsabläufe, Wandelbarkeit und Flexibilität. Die Struktur der Umgebung sollte ein sinnstiftendes, wertevermittelndes, organisiert wirkendes räumliches Umfeld ergeben.

Wie kommen wir also von einer Stromberg-Büroumgebung zu Flow und Innovation? Die Firma bene hat erst vor kurzem den Trendreport „Räume der Arbeit II“ veröffentlicht, in dem sie Muster einer zukunftsorientierten Arbeit und ihre Anwendbarkeit im Büro-Alltag analysiert. Die Hauptforderung: Das Büro sollte einer Smartphone-Oberfläche gleichen und weit mehr bieten, als eine Teeküche und Konferenzräume. Der Raum wird zum Moderator neuer Ideen und ermöglicht gleichzeitig Lernen, Zusammenarbeiten, Sozialisieren und Fokussierung.

Ist Ihr Büro fit für das Arbeitsleben von morgen?

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Der Tag zwei des Open Innovation Sommerzirkels 2014 widmete sich dem Thema „New Business – Geschäftsmodelle von morgen“. Unser Tool für den Vormittag: Der Business Model Canvas!

Ganz einfach gesagt: Wer sein Geschäftsmodell überdenken will, kann mit einer Postervorlage und vielen Post-Its ganz spielerisch unterschiedliche Varianten durchdenken oder generell neue Designs entwerfen. Es ist ein wunderbar einfaches Werkzeug, mit dem ich in meiner Arbeit als Innovationsberaterin schon vielen Unternehmen dabei helfen konnte, ein Geschäftsmodell zu visualisieren, auf Herz und Nieren zu prüfen oder weiterzuentwickeln. Die Idee stammt von Alexander Osterwalder, der das Modell in dem Buch „Business Model Generation“  für alle, die veraltete Geschäftsmodelle hinterfragen und Innovationen auf den Weg bringen wollen, beschreibt.

Die neun Elemente des Business Model Canvas, die genauer unter die Lupe genommen werden, heißen Kundensegmente, Kundenbeziehungen, Kanäle, Wertangebote, Schlüsselaktivitäten, Schlüsselressourcen, Schlüsselpartner, Kostenstrukturen und Einnahmequellen. Und weil alles mit allem verbunden ist, hat das Wegnehmen oder Hinzufügen des einen oder anderen Post-Its in einem Segment jeweils Folgen in den anderen acht Segmenten.

Wie genau das funktioniert und welchen Spaß diese Methode macht, das haben wir in der anschließenden Gruppenarbeit erfahren, in der wir anhand von zwei konkreten Geschäftsmodellen eine Reihe von innovativen Veränderungen entwickelten.

Hier zeigte sich vor allem, wie erfolgreich der interdisziplinäre Ansatz des OISZ ist, denn die „Nicht-Spezialisten“ außerhalb des Elfenbeinturms waren viel offener für völlig neue Herangehensweisen. Das Feedback: „Das Modell funktioniert sofort: Schnell, einfach mit sofort umsetzbaren Ergebnissen!“, „Hier konnte ich gleich konkrete Anregungen für meine Arbeit mitnehmen!“ und „Es tut gut zu sehen, dass Unternehmen anderer Branchen ähnliche Probleme haben!“.

Wann haben Sie Ihr Geschäftsmodell zum letzten Mal unter die Lupe genommen?

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Glaskugeln gab es nicht – aber eine ganz besondere Gruppe von Menschen, die sich mit exklusivem Wissen rund um Trends und Zukunftswissen auf die Reise machte hin zu einer erfolgversprechenden, innovativen Zukunft: Der Open Innovation Sommerzirkel führte im September 2014 Innovatoren, Visionäre, Kreative und Vordenker unterschiedlichster Disziplinen zu einer ganz besonderen Veranstaltung in der Location Freiheit zusammen. In dieser fünfteiligen Serie werden wir Ihnen einen Einblick geben, wie ein solcher High-End-Event das Neue in die Köpfe bringt.

Auf zwölf inspirierende, vernetzende Veranstaltungen – Sommerzirkel und Firmenbesuche – können wir im Open Innovation Benchmarkzirkel bereits zurückblicken. Darauf sind Birgit Heinermann und ich sehr stolz! Deshalb stand zu Beginn des OISZ 2014 ein Rückblick mit Erinnerungen und Fotos von den einzelnen Aktivitäten von 2009 bis heute.

Schließlich ist so ein Open Innovation Event immer etwas ganz Besonderes, es entstehen immer neue Verknüpfungen – zwischen den Menschen und den Synapsen im Gehirn. Verknüpfungen, die nicht entstanden wären, wenn man über seine beruflichen Fragestellungen weiter in seinem eigenen Büro, mit den vertrauten Kollegen und mit den immer gleichen Werkzeugen – Besprechung, Block, Stift und PC – nachgedacht hätte.

Perspektivwechsel mit Profis
Weil Innovation einen speziellen Nährboden braucht, haben wir das sehr effektive Konzept der Open Innovation Zirkel entwickelt – in einer eigens dafür konzipierten Location, die keine Innovationswünsche offen lässt: Ein Bauernhof in der Nähe von München mit Gebäuden, die für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt werden können: Da können auch mal Autos hineingefahren werden, viele oder wenige Leute sitzen, stehen, liegen, gehen, schreiben, nachdenken, reden, essen, basteln, malen, erfinden oder einfach nur sein – ganz in Erwartung der nächsten wirklich guten Idee. Ganz im Digital Detox-Modus, ganz im echten Leben.

Die Spur zur neuen Idee – die führte uns im September 2014 über Trends und Zukunftswissen. Dr. Pero Mićić, einer der führenden Experten für Zukunftsmanagement, zog uns zum Einstieg mit seiner spannenden Keynote mit dem Titel „Raus aus der Kurzfrist-Falle“ in den Bann. Er berichtete über die Ergebnisse aus seinem aktuellen Buch „Warum wir uns täglich die Zukunft versauen“, für das er übrigens den getAbstract International Book Award 2014 auf der Frankfurter Buchmesse erhielt. Anhand von Erkenntnissen aus Psychologie, Verhaltensökonomie und Neurowissenschaft zeigte der Zukunftsmanager anschaulich und einprägsam, wie wir die Kurzfrist-Falle im Kopf überwinden können.

Denn Menschen handeln unvernünftig: Couch oder Bewegung? Kredit oder Sparprogramm? Luxus-Auto oder Klimaschutz? Zahlreiche Studien belegen, dass wir fast immer die kurzfristig angenehmste Option wählen – auch wenn wir wissen, dass andere Alternativen langfristig sinnvoller wären. Das bringt jeden Einzelnen und die ganze Menschheit in größte Schwierigkeiten.

Um uns zukunftsintelligent zu verhalten plädierte Dr. Pero Mićić dafür, einen Plan für die erstrebte Zukunft zu erarbeiten, sozusagen eine Vorlage für unser Lebenspuzzle. Und das nicht nur für uns persönlich, sondern auch für unser Unternehmen. Eine Aufgabe, die sich nach seiner Erfahrung nicht delegieren lässt: „Was man machen lässt, ist nicht wirklich wirksam!“ sagte er mit einem kritischen Blick auf die vielen Führungskräfte, die den emotionalen Aufwand dafür scheuen und sich lieber für’s Tagesgeschäft engagieren.

„Führen ohne Zukunfts-Wir ist verwerflich!“ postulierte Dr. Pero Mićić und rief dazu auf, an unserer Willenskraft zu arbeiten: Sie zu schonen, zu stärken und zu erweitern, um der Kurzfrist-Falle zu entkommen. Besonders gut funktioniert das seiner Erfahrung nach in Familienunternehmen, bei denen die Unternehmenszukunft gut wahrnehmbar jeden Tag am Frühstückstisch sitzt. Die Kontinuität bei Firmeneignern und Mitarbeitern ist ein wichtiges Erfolgskriterium der Unternehmen aus dem „German Mittelstand“, um den uns viele andere Länder beneiden.

Die Arbeit an der Zukunft soll Lust machen auf die kommenden Jahre, so Dr. Pero Mićić, durch Emotionalisieren und Visualisieren, durch Mitarbeiterführung statt „Mitarbeiterschiebung“. Nur dann entscheidet unser Zukunfts-Ich oder –Wir vernünftig.

Weil die Arbeit an der Zukunft Spaß machen soll, haben sich im Anschluss an den Vortrag alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einen Maleranzug begeben und mit Pinsel und Farbe ihr Bild vom Zukunfts-Ich oder Zukunfts-Wir für das Jahr 2017 auf die Leinwände gezaubert. Das Ergebnis ist eine wunderbare Collage, die hier in der Location Freiheit einen Ehrenplatz bekommen hat.

Haben Sie schon ein Zukunfts-Ich, ein Zukunfts-Wir entworfen?

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Ein Alien-Raumschiff suchte im September 2014 einen Landeplatz in unserer Scheune der Location Freiheit. Der Regisseur dieses kleinen Events war Torsten Biermann – Spezialist für Augmented Reality beim Verpackungsspezialisten DS Smith. Gemeinsam mit seinen DS Smith Kollegen sucht er innovative Lösungen für Kunden, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat.

Als Torsten Biermann auf dem Open Innovation Sommerzirkel 2014 die Kamera seines Smartphones auf einen leeren Fußboden richtete und es mit einem Beamer verband, konnten wir auf der Leinwand plötzlich ein kleines Alien-Raumschiff sehen, das auf dem Boden der Location Freiheit einen Landeplatz suchte. Ein grünes Marsmännchen stand auf einem Berg und winkte das Raumschiff heran. Auf dem Boden war weiterhin nichts zu sehen, all das passierte im Smartphone, mit dem Torsten Biermann ganz souverän das Raumschiff lenkte – so wie bei ferngesteuerten Modellflugzeugen. „Das ist nur eines von vielen AR-Anwendungsbeispielen“, sagte Torsten Biermann damals und das machte mich so richtig neugierig.

AR steht für Augmented Reality. Von AR spricht man dann, wenn Computer die reale Welt mit virtuellen Inhalten anreichern. Doch was hat das Raumschiff mit den Verpackungen von DS Smith zu tun? Mit Regalverpackungen für den Einzelhandel, Transportverpackungen, Konsumgüterverpackungen, Wellpapp-Displays sowie hochleistungsfähigen Verpackungslösungen für Industrieprodukte? Da wollte ich mit Torsten Biermann einmal drüber sprechen:

Torsten, was hatte der kleine Alien am OISZ 2014 vor?
Torsten Biermann: „Er wollte zeigen, wie leicht es heute ist, virtuelle Objekte in die reale Welt zu bringen. Einsatzmöglichkeiten für Augmented Reality sind vielfältig: Halte ich beispielsweise den gedruckten Möbelkatalog eines bekannten schwedischen Möbelhauses in den Händen, kann ich mit AR und meinem Tablet oder Smartphone anschauen, wie einzelne Möbelstücke in meinem Wohnzimmer aussehen werden. Kinder können sich aus einem Buch Tiere, z.B. Elefanten, Tiger oder Hasen, direkt ins Wohnzimmer ‚holen‘. Online- und Offline-Welt können über verschiedene Vertiefungsthemen verbunden werden, Lerninhalte oder Produkte werden lebendig durch bewegte Bilder, Ton und Videos.“

Was hat AR mit Verpackung zu tun?
Torsten Biermann: „Die Verpackung ist oft das erste Medium, mit dem der Verbraucher im Handel in Kontakt mit dem Produkt kommt. Sie kommuniziert, was drin ist. Sie zeigt den Nutzen von Produkten, z.B. durch ein Video, das ich nach dem Scan eines QR-Codes aufrufen kann. Auch nach dem Kauf kann ich z. B. eine videounterstützte Gebrauchsanleitung auf meinem Tablet oder Smartphone in meiner Sprache anschauen. Hersteller können ihre Informationen mit AR besser visualisieren, Kunden überzeugen, bedienen – die Verpackung ist das Medium Nummer eins dafür! Gute AR weckt die Abenteuerlust der Kunden: Die Verpackung kann sprechen, sobald der Kunde die Kamera darauf hält! Der Kunde kann einen Blick ins Innere der Verpackung werfen – ohne, dass er sie öffnen muss! Die Verpackung kann mit digitalen Zusatzinhalten aufwarten, wie z.B. Spielen, Avataren oder ähnlichem, die es eben nur auf der Verpackung gibt! Gleiches gilt natürlich auch für Wellpapp-Displays, in denen oft Saisonartikel oder Produktneuheiten in den Markt kommen. Die Möglichkeiten sind endlos! In diesem YouTube Video können Sie ein Beispiel eines interaktiven Wellpapp-Displays von DS Smith sehen, das in dieser Ausführung weltweit in den Handel gekommen ist.“

Was ist das besondere bei DS Smith, dass solche innovativen Themen auch stattfinden?
Torsten Biermann: „Dem Vertrieb von DS Smith steht ein Team von Spezialisten aus den unterschiedlichsten Disziplinen zur Seite – losgelöst von allen klassischen Vertriebsaufgaben. Jeder dieser Spezialisten brennt für sein Spezialthema, in dem er sich bestens auskennt und das er kontinuierlich weiterentwickelt. Zusammen mit dem Kunden und dem Vertrieb entwickeln wir dann ungewöhnliche, neue Lösungen. Das Besondere ist eine ausgeprägte Innovationskultur, die uns maximale Freiheit ermöglicht, mit der wir uns als Experten jeden Tag neu in unserem Fachgebiet erfinden können!“

DS Smith leistet sich also einen „Club der Spinner“?
Torsten Biermann: „Das kann man so sagen! Wir können neue Technologien und Denkansätze ausprobieren, kombinieren, andere Disziplinen erkunden, uns weiterbilden und durch eine durchdachte Kultur des Scheiterns sind wir auch in der Lage, von Lernschleifen zu profitieren. So sind wir ein Erfolgsmodell für DS Smith geworden. Die Kunden honorieren das!“

Was machst du sonst noch so – neben der Verpackung?
Torsten Biermann: „AR ist ein so weites Feld! Deshalb habe ich eine eigene Firma ins Leben gerufen, die neue digitale Medien – von der Visitenkarte bis hin zum Firmenflyer – mit AR-Funktionen gestaltet und produziert. Wenn wir z. B. Displays mit AR-Funktion konzipieren, liefern wir die gesamte Kampagne aus einer Hand – inklusive Anschreiben – im gleichen Look and Feel. Mit der Augmented- Reality-Technologie bieten wir spannende, neue Möglichkeiten, um Verpackungen und Displays digital zu erweitern und so On- und Offline-Markenwelten in moderner Weise zu verbinden.“

Bist Du ein Spinner?
Torsten Biermann: „Ja, das kann ich guten Gewissens behaupten! Über Dein Buch ‚Spinnen ist Pflicht‘ haben wir uns ja kennengelernt, liebe Anke! Und ich habe mich kontinuierlich in allen Kreativitätstechniken bei Dir fortgebildet, mich auf meine Stärken konzentriert und bin heute sehr glücklich, dass ich meine digitale Leidenschaft zum Beruf machen kann!“

Vielen Dank!

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