Warum Unternehmen zwei Betriebssysteme brauchen

Warum Unternehmen zwei Betriebssysteme brauchen

Alt und neu. Passt das zusammen? Ja! Wenn man beides würdigt und klug nutzt, nebeneinander pflegt und schätzt. Wenn man das Beste beider Welten erschließt und verknüpft. Dann sind Innovationen möglich. Dann muss das Neue nicht das Alte verdrängen, sondern darf es ergänzen und weiterspinnen in den Zukunftserfolg. Die Kraft der zwei Betriebssysteme zu erschließen – das ist mein Innovationserfolgsrezept Nummer eins!

Die Angst vor dem Neuen – Sie kennen sie bestimmt: „Das haben wir noch nie gemacht und das werden wir auch nicht machen!“, „So ein neumodischer Schmarrn!“, „Das bringt doch nichts!“ – das hört man dann. Das Neue ruft die Bedenkenträger hervor, weckt die Angst vor dem Verlust des Jobs, von Kompetenzen und Macht. Das Neue weckt die Angst vor dem Ungewissen, dem Unbekannten, der Zukunft. Das muss aber nicht sein, denn das Alte hat seine Berechtigung.

Das Alte bewahrt Erfahrung, Know-how und Kontakte. Das Alte ist stabil und bewährt. Es funktioniert, bietet Sicherheit und Geborgenheit. Das Alte bietet die Basis, ohne die es das Neue gar nicht geben könnte. Deshalb brauchen Unternehmen, die in die Zukunft denken, das Alte und das Neue. Sie brauchen zwei Betriebssysteme nebeneinander, die einander bedingen, befruchten und bereichern.

Die Kraft der zwei Betriebssysteme
Entwickelt hat das Konzept der Amerikaner John P. Kotter. Er ist Professor für Führungsmanagement an der Harvard Business School und er hat gezeigt, wie Unternehmen ihre bisherige Welt mit einer neuen Innovations-fähigen Welt kombinieren können: „Die Kraft der zwei Systeme“ nennt er dieses Design für Changeprozesse. In meinen Management-Beratungsprojekten habe ich gesehen, dass diese zweigleisige Herangehensweise die einzige ist, die Innovation ermöglicht. Sehen wir uns diese Betriebssysteme einmal genauer an:

Betriebssystem 1: Hier sind traditionelle Hierarchien und Managementprozesse für die tägliche Steuerung und Effizienzsteigerung eines Unternehmens angesiedelt. Dieses Betriebssystem lebt mit der Herausforderung, dass es mit immer neuen Situationen Schritt halten und kreativ langfristig erfolgreiche Lösungen zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen erschaffen soll. Alle Macht bei Change-Prozessen liegt in den Händen des Managements.

Betriebssystem 2: Es ergreift parallel zum ersten Betriebssystem kreative Initiativen, stellt in Frage, erkennt Gefahren und Chancen im Markt und kann Veränderungen schnell umsetzen. Die Aufgaben: Suchen, Handeln, Lernen und Verändern.

Es ist gleichrangig mit der Hierarchie und setzt sich aus Freiwilligen aus allen Abteilungen zusammen. Sie sind motiviert, weil sie Teil einer wichtigen Mission sind. Es arbeitet mit agilen, netzwerkartigen Strukturen und anderen Prozessen. Es ist ein legitimer Teil der Organisation, wird vom Management unterstützt und gutgeheißen, auch wenn die Entscheidungen und Initiativen vom Netzwerk selbst ausgehen.

Vertreter des Managements sind Teil des zweiten Betriebssystems. Bei Change-Prozessen sind die Individuen mit all ihrem Enthusiasmus, ihrer Energie und ihrer Entschlossenheit beteiligt. Die Folgen: Herz, Hirn und Hand sind dabei, die Motivation der Belegschaft steigt, Innovationskraft und Implementierungsleistung im Unternehmen wachsen kontinuierlich.

Beide Systeme sind wichtig und können gelebt werden. Und weil es beide Systeme gibt, ist das Neue auch nicht notwendigerweise eine Bedrohung für das Alte und wird schneller akzeptiert.

Die Energie AG Oberösterreich ist ein Beispiel für ein Unternehmen, das sich die Kraft der zwei Betriebssysteme für seine Zukunftssicherung erschließt. Als zweites Betriebssystem fungiert die „SoKo Innovation“. Sie schafft den Platz für Herumspinnen, Ausprobieren und Zukunftfinden. Sie stellt Dialoge her, zwischen Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Konzernbereichen, Fachgebieten und Hierarchieebenen. Und sie baut den Dialog auf mit den Kunden und Experten diverser Disziplinen.

Synergien werden genutzt und gelebt. Der Mut für die richtigen Schritte in die Zukunft wächst. Die Menschen sind mit großer Begeisterung dabei. Das ist der Innovationsgeist, wie ich ihn liebe!

Nutzen Sie die Kraft der zwei Betriebssysteme?

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